Exkursion in das Institut für Rechtsmedizin Köln

10.11.2017, Köln-Ehrenfeld

Erstmals hat unsere Schule die Möglichkeit bekommen, einen kleinen Einblick in die forensische Medizin zu erhalten. Von außen wirkt das Institut recht karg und unscheinbar, doch was hinter den Wänden geschieht ist für viele ein Horrorszenario.

„Quod bonum felix faustum fortunatumque sit“ steht groß geschrieben im Hörsaal, welcher eigentlich für Studenten gedacht ist. Der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Markus Rothschild, erklärt dass dieser Satz auf Latein so viel wie ,,Was gut, günstig, glücklich und gesegnet sei´´ heiße und eine alte Segensform unter Medizinern sei. Direkt im Anschluss daran führte Herr Rothschild uns in den Sektionssaal, der Raum, in dem Obduktionen stattfinden. Manchen wurde schon bei dem Gedanken mulmig gleich einen Raum zu betreten, in dem schon tausende Probanden eröffnet wurden. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnten, ist, dass wir keinen leeren Sektionssaal betreten sondern zwei Probanden uns Gesellschaft leisten würden. Allerdings waren diese von einem weißen Laken bedeckt. Für viele von uns war das ein kurzer Moment des Schreckens und der Ungewohntheit. Der Geruch, die Temperatur und die Atmosphäre sind schließlich etwas Neues für uns. Anschließend gab Dr. Rothschild uns die Möglichkeit, Fragen zu stellen, von denen sich Dutzende in unseren Köpfen befanden. Nachdem im Sektionssaal die Zwecke der mysteriösen Waagen, Messer, Duschköpfe und Tafeln geklärt wurden, ging es für uns zurück in den deutlich wärmeren Hörsaal. Dort präsentierte Herr Rothschild uns noch einige interessante Fakten über spannende Fälle, das Obduktionsverfahren und die drei Teilbereiche der Rechtsmedizin Morphologie, Molekulargenetik und Toxikologie. Einige Bereich der Molekulargenetik haben wir bereits im Biologie - Unterricht kennengelernt, wie beispielsweise das PCR-Verfahren. Interessant war auch zu erfahren, dass es aufgrund der rechtsmedizinischen Ambulanz mehr lebende als tote Patienten im Institut gibt.

Zum Schluss fragten wir Herrn Rothschild, ob und wie er sich an täglichen Kontakt mit dem Tod gewöhnt habe. Er antwortete, dass die Arbeit mit den Toten seine Leidenschaft sei, die die teilweise durchaus belastenden Situationen übertönte.

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