Der Deutsch-Leistungskurs von Frau Reipen besuchte am 11. Januar 2018 die Faust-Inszenierung des Kölner Schauspielhauses unter der Regie von Moritz Sostmann.

Im Anschluss entstanden folgende Rezensionen:

Faust I im Depot I

Kaum ein Stück ist bekannter als Goethes Faust. Das Werk, das nicht nur Goethes Leben erfüllte, sondern auch eine ganze Epoche beschreibt. Über 200 Jahre lang rätseln Menschen über eine Perfekte Deutung, dabei findet jeder seine persönliche, denn das ist eben der Charme des Werkes.

Die Tragödie ist aktuell geblieben, und versetzt uns besonders aufgeführt im Theater Köln ins Staunen. Die Darsteller bieten dem Publikum ein Spektakel, eine interessante und sehenswerte Interpretation des Klassikers, der zuvor so manchen Faden Geschmack hinterlassen hatte.

Die Inszenierung ist sicherlich keine gute Wahl, wenn Sie sich zuvor nie mit Faust auseinander gesetzt haben, denn der Regisseur wagt eine dramatische Darstellung des Dramas, die sogar Vorbereitete schockiert. Tatsächlich werden einige Elemente der originalen Handlung verfremdet, oder entfallen gänzlich. Dies ist für manche Besucher durchaus nicht nachvollziehbar, da das Stück so an Wert zu verlieren scheint. Leider fehlt es dadurch dem Stück an einer klaren Botschaft, diese geht in einem Wirrwarr aus Stilmitteln unter. 

Die Schauspieler liefern dennoch eine grandiose Leistung, ihr Talent zeigt sich durch Textsicherheit, musikalisches Feingefühl und unvergessliche schauspielerische Höchstleistungen. Das Ambiente wird passend von Musik untermalt, was das Gesamtbild überzeugend abrundet.

Insgesamt handelt es sich um eine Interpretation, die zum Nachdenken anregt, aber auch unterhält. Sie weicht vom Original auf eine interessante und durchaus merkwürdige Weise ab. Eine weitgehend gelungene Darstellung, die nicht nur durch eine neu interpretierte Handlung, sondern vor allem durch die künstlerischen Darstellungen überzeugt. Eine klare Empfehlung für alle Menschen, die ein bisschen mehr als Faust wollen.

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Luca Abendschein (Q1)

 

Kunst oder kann das weg?

Faust – das Lebenswerk Goethes: der Protagonist Faust, der nach Wissen und Genuss strebt und sich so auf einen Pakt mit dem Teufel Mephisto einlässt.

Die Inszenierung wurde im Kölner Schauspielhaus äußerst modern interpretiert. Rollen wurden so durchaus neu umgesetzt: Mephisto als Frau, die hier mehr die Verführung und den Genuss darstellt. Nackte Haut, die den Bedarf von Faust nach Genuss unterstreicht.                                                                                       Jeder Schauspieler besitzt eine Puppe seiner selbst. Sie agieren zusammen und wirken so menschlich.      Ein berauschender Chor, der aus den Schauspielern besteht. Starke Stimmen und große Talente – ein Musikerlebnis.

Durch die modernisierte Version des doch manchmal so fremden Dramas Faust I, wird auch der junge Zuschauer angesprochen und zum Nachdenken angeregt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Interpretation des Schauspielhauses durchaus empfehlenswert ist und somit lässt sich für uns die Frage - ist das Kunst oder kann das weg - eindeutig beantworten.

 

Victoria Heinzlmeier und Julia Finetti (Q1)

 

Rezension zur Kölner Faust-Inszenierung

Die moderne Theaterinszenierung des Stückes „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe wurde am 11.01.2018 im Depot 1 in Köln aufgeführt.

Der verzweifelte Faust, dargestellt durch einen Mann, geht einen Pakt mit Mephisto, einem Teufel, hier von einer Frau verkörpert, ein, um seine ständige Wissbegierde zu befriedigen. Im weiteren Verlauf des Stückes tritt Gretchen auf, die sein romantisches Interesse weckt und von Faust mit Hilfe von Mephisto verführt wird.

Einige Verfremdungen des Originalwerkes, wie zum Beispiel die Nacktheit Fausts, wecken besonderes Aufsehen. Einige Szenen wurden verkürzt oder mit geringerer Deutlichkeit von Marionetten dargestellt.

Meiner Meinung nach ist die moderne Verkörperung von Goethes Werk in weiten Teilen nicht gelungen und dem Originaltext sehr fern. Die unerzwungene Nacktheit ist Beispiel dafür, dass das Werk in übertriebener Weise verfremdet wurde. Die Illustrierung einiger Szenen durch Puppen führte oftmals zu Verwirrung und war dem Stück somit nicht zuträglich. Auch die Interaktion mit dem Publikum brachte der Inszenierung keinen Mehrwert.

Ungeachtet der bedenklichen Veränderungen war die Leistung der Schauspieler dennoch überzeugend. Auch die Menge an Text, die auswendig gelernt wurde, ist durchaus beeindruckend, jedoch wertet dies bedauerlicherweise nicht ebenfalls die Gesamtheit der Inszenierung auf.

Meiner Meinung nach ist das Stück also nicht gelungen, da trotz überzeugender schauspielerischer Leistung viele Störfaktoren wie zum Beispiel die vollkommene und überspitzte Verfremdung des Originalwerkes und die generell sehr starke Unübersichtlichkeit des Stückes ins Auge fallen und in der dreistündigen Spielzeit auf Dauer durchaus ermüdend wirken.

 

Emily Speelmanns und Victoria Sengpiel (Q1)