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Gesundheit ist kein Zufall
sondern ein Generationen übergreifender Prozess

Auch dieser Vortrag, zu dem das Familienforum Edith Stein.......

Gesundheit ist kein Zufall - sondern ein Generationen übergreifender Prozess

 

 

Auch dieser Vortrag, zu dem das Familienforum Edith Stein in Kooperation mit dem Erzbischöflichen Gymnasium, dem Erzbischöflichen Berufskolleg, Neuss und dem Familienbüro des Rhein-Kreises Neuss eingeladen hatte, hat ist in Neuss auf solch großes Interesse gestoßen, dass das Forum Marienberg bis auf den letzten Platz besetzt war.

Zwei Schülerinnen des Biologie Leistungskurses aus der Q1, Catharina Gronkowsky und Leonie Delmes berichten:

  

„Im Rahmen der Vortragsreihe "KINDerLEBEN" des Familienforums Edith Stein hielt Dr. Peter Spork am 1. März 2018 den Vortrag "Gesunde Kinder-Wie uns Epigenetik prägt" bei uns im Forum des Marienberg Gymnasiums.

Das Thema der Epigenetik wurde bereits im Unterricht besprochen und somit konnten die Biologie Kurse der Stufe Q1 noch einmal mehr darüber erfahren und die Auswirkungen von Epigenetik anhand vieler Beispiele nachvollziehen.

 

Die Epigenetik ist ein Teilgebiet der Genetik, das sich mit Veränderungen in der Genregulation beschäftigt. Diese Änderungen werden durch Umwelteinflüsse hervorgerufen, die Methylierungen und Histonmodifikationen an der DNA verursachen. Dadurch kann die DNA entweder besser, schlechter oder gar nicht abgelesen werden. Die Methylierungsmuster verändern die Raumstruktur der DNA, sodass diese nicht abgelesen werden kann. Die Histonmodifikation -Acetylierung und Deacetylierung- wickelt die DNA lockerer oder fester um die Histone und erleichtert oder erschwert somit die Ableserate der DNA.

  

Beim Vortrag wurden wir zuerst nach einer Definition von „Gesund“ gefragt und auch danach, ob wir uns gesund fühlen. Nachdem wir die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Sinne von: " Gesundheit (...) nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit, sondern ein Zustand kompletten körperlichen, mentalen und sozialen Wohlbefindens" gehört hatten, waren sich nicht mehr so viele sicher, ob sie sich wirklich als gesund bezeichnen können. Genau in diesem Punkt kommen Überlegungen der Epigenetik ins Spiel. Die Epigenetik beantwortet die Frage "Was ist Gesundheit?" auf eine neue Weise: 

Demnach ist unsere genetische Vererbung nur ein kleiner Teil der Faktoren, die unser Leben prägen. Zu 75-80% bestimmen wir selber, wie alt wir werden und wie gesund wir dabei sind. Dazu sind Entspannung, Ernährung und Bewegung sehr wichtig, aber auch der Lebensstil unserer Vorfahren, der die folgenden Generationen prägt. "Somit ist Gesundheit kein Zufall und keine reine Abwesenheit von Krankheit. Es ist ein Generationen übergreifender Prozess."

Schon vor der Geburt, wenn das Baby noch im Mutterleib ist, und auch direkt nach der Geburt werden unsere epigenetischen Strukturen beeinflusst, was teilweise sogar zu langanhaltenden Auswirkungen führen kann. Diese Phase wird als pränatale Prägung bezeichnet, in der die gravierendsten und meisten Veränderungen der Epigenetik passieren können. Allerdings können diese Strukturen vererbt werden und noch bei den Enkeln nachweisbare Folgen haben. Wir haben also einen großen Einfluss auf unsere Kinder und deren Erbgut, beziehungsweise die Ableserate ihres Erbguts.

  

Kleinste Veränderungen in unserem Lebensstil oder wechselnde Umwelteinflüsse wirken sich gemäß dieser Theorie auf unsere Epigenetik aus, die dann als "Schalter und Dimmer" unserer Gene tätig ist. Sie aktiviert oder schaltet unsere Gene ab. Dieser Zustand ist reversibel und kann durch jeglichen Wechsel der Umweltbedingungen wieder umgekehrt oder verändert werden. 

Auch Sport und Stress sind wichtige Faktoren, die epigenetische Veränderungen auslösen. Nur zehnminütiger Stress verursacht eine epigenetische Veränderung, die bei chronischem Stress unsere Zellen schneller altern lässt. Damit lässt sich durch epigenetische Untersuchungen unser Alter auf 3,6 Jahre genau bestimmen. Dieses Verfahren wird heutzutage häufig verwendet, um das Alter von Flüchtlingen und Immigranten möglichst genau zu bestimmen. 

Auch unsere Persönlichkeit und unsere Bindungsfähigkeiten werden auf diese Weise geprägt, da beispielsweise gestresste Eltern häufig Kinder haben, die schnell gestresst werden und zu Aggressivität neigen. Ebenso beeinflusst der soziale Status unsere epigenetischen Strukturen. In Glasgow haben ärmere Menschen eine im Vergleich zu Reicheren um 28 Jahre geringere Lebenserwartung. In Deutschland beträgt der Unterschied neun bis elf Jahre. Daher sind auch Krankheiten, Zigarettenkonsum und Übergewicht Faktoren, die unsere Lebenserwartung massiv einschränken. 

Die Epigenetik, die ihre Daten im Hinblick auf äußere Umwelteinflüsse und pränatale Faktoren ermittelt, liefert die Antwort auf die Frage nach unserer Gesundheit, die deshalb schon durch unsere Eltern und teils auch Großeltern mitgestaltet wird. Jedoch sind alle entsprechenden Versuche bisher hauptsächlich an Mäusen und Ratten durchgeführt worden. Zwar sind dies auch Säuger, jedoch sind die Ergebnisse beim Menschen noch nicht bewiesen, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Studien auf den Menschen übertragbar sind, ist aber sehr hoch. Epigenetische Veränderungen müssen nicht immer negativ sein. Doch sind die negativen Veränderungen und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Leben viel leichter zu untersuchen und nachzuweisen. Es gibt auch positive Veränderungen, die allerdings schwieriger messbar und damit nachweisbar sind.

 

Abschließend kann man sagen, dass der Vortrag von Dr. Peter Spork für uns alle eine gute Vertiefung und Erweiterung unseres bisherigen Wissens über die Epigenetik war. Vielleicht bringt es uns dazu, über Dinge nachzudenken, die zwar für uns gut und schön erscheinen, allerdings auf unsere Kinder und Enkel schlechte Auswirkungen haben könnten und sie auf diese Weise in ihrem Leben negativ prägen könnten.“

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