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Erzbischöfliches Gymnasium Marienberg Neuss
Schulpastorales Konzept
1. Grundlagen der Schulpastoral am Gymnasium Marienberg
Das feste Angebot der Schulpastoral für Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer gehört zum spezifischen Profil der Katholischen Schulen im Erzbistum Köln, so auch zum Gymnasium Marienberg. Die theoretischen – theologischen Grundlagen zum Selbstverständnis der katholischen Schulpastoral sind von den deutschen Bischöfen in ihrem Schreiben „Schulpastoral – der Dienst der Kirche an den Menschen im Handlungsfeld Schule“ vom 22. Januar 1996 maßgeblich formuliert worden [1]. Sie tragen den sich verändernden gesellschaftlichen, kirchlichen und schulischen Bedingungen, aber auch dem seit dem II. Vatikanischen Konzil veränderten pastoralen Ansatz Rechnung, Seelsorge im Sinne eines diakonischen Ansatzes zu verstehen:
„Helft den Menschen leben“ [2], stellt das Leitmotiv einer Schulpastoral dar, die sich als Dienst der Kirche im Handlungsbereich Schule versteht, und dabei gleichermaßen die Schülerinnen dieser Schule, die Eltern, die Lehrerinnen und Lehrer in den Blick nimmt.
Sowohl die Zielsetzungen der Bischöfe als auch die Überlegungen zur Schulpastoral des Erzbistums Köln aus dem Jahre 2006 formulieren das Anliegen der Schulpastoral, einen Beitrag zur „Humanisierung der Schule“ [3] zu leisten, bzw. im Blick auf den Einzelnen ihm helfen zu wollen, seinen Weg der „Menschwerdung in Solidarität“ zu finden und selbständig gehen zu können [4]. Dass hierbei ausdrücklich Gott zur Sprache kommt und Erfahrungsräume religiösen Lebens eröffnet werden, qualifiziert die Schulpastoral gegenüber der Schulsozialarbeit inhaltlich.
In der Schulpastoral geht es also darum,
· „die Subjektwerdung junger Menschen, die an Jesus Maß nimmt, zu fördern und für einen dazu notwendigen menschenwürdigen Lebensraum Schule einzutreten,
· eine Kultur der Gemeinschaft und Partizipation einzuüben, die geprägt ist von Kommunikation und Solidarität,
· im Miteinander die eigene Gottesbedürftigkeit zu entdecken und Wege zur persönlichen Glaubenserfahrung zu suchen und zu gehen,
· die Schülerinnen als die künftigen Trägerinnen von Gesellschaft und Kirche zu einer Haltung des Friedens, der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Bewahrung der Schöpfung zu befähigen.“5
Das ausdrücklich religiöse Angebot verstehen wir an unserer Schule als notwendigen Beitrag auch des diakonischen Auftrags, es steht nicht neben der Diakonie oder den anderen schulischen Angeboten, sondern ist aus unserer katholisch-christlichen Sicht als Grundlage der Arbeit unverzichtbar, damit das christliche Menschenbild nicht Theorie bleibt, sondern gelebte und gefeierte Praxis.
Zum christlichen Menschenbild gehört wesentlich die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Diese verstehen wir jedoch nicht als unverbindliche Beliebigkeit. Verschiedene religiöse Angebote gehören selbstverständlich zum Leben am Gymnasium Marienberg, etwa das Schulgebet, die Gottesdienste und die „Tage religiöser Orientierung“. Von Schülerinnen eine verbindliche Teilnahme zu fordern, widerspricht nicht der Religionsfreiheit (GG Art.4). Wir sind davon überzeugt, dass eine Schülerin nur dann eine freie Entscheidung für oder gegen den christlichen Glauben treffen kann, wenn sie sich der Beschäftigung mit seinen zentralen Inhalten und der gelebten Glaubenspraxis nicht entzieht. Schülerinnen haben auf diese Weise die Chance zu erfahren, dass christliche Feier, christliches Leben und inhaltlicher Glaube eine unlösbare Einheit darstellen. Es spricht für die Qualität der Schulpastoral, wenn dieser Ansatz eine ständige wechselseitige Kommunikation erfordert, so dass es kein Ausruhen auf einmal Erreichtem geben kann.
2. Im Dienst des armen Kindes – Das Vorbild Clara Feys und die Schule Marienberg
Die Wurzeln der Schule Marienberg liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in dem Neusser Bürger eine Stiftung gründeten mit der Absicht, Mädchen aus ihrer gesellschaftlich bedingten Armut heraus zu helfen. Das damals gegründete Kinderheim und die daraus entstehende Schule wurde der Obhut der „Schwestern vom armen Kinde Jesus“ anvertraut, einer kurz zuvor von der Aachener Fabrikantentochter Clara Fey (1815-1894) ins Leben gerufenen Ordenskongregation.
Aus dem Lebenswerk dieser Persönlichkeit, besonders aus ihren Schriften wird ein pädagogisches Ethos erkennbar, das bis heute aktuell ist und das Leben am Gymnasium Marienberg prägen soll. Clara Fey war davon überzeugt, dass in jedem Kind Christus selbst berührbar wird, der als Sohn Gottes in die Armut dieser Welt gekommen ist. Praktisch hieß dies, jedem Kind mit größtmöglichem Respekt zu begegnen.
Clara Fey leitet aus ihrem Menschenbild eine dezidiert gewaltfreie Erziehung ab. Sie findet einen überzeugenden Weg einer einerseits konsequenten Pädagogik, die Werte vermittelt und notwendige Grenzen setzt, andererseits aber von Wärme und Menschenfreundlichkeit geprägt ist.
Bis heute leben Schwestern ihres Ordens im Kloster Marienberg und sind im Schulleben auch sichtbar präsent. Auch wenn der Konvent nur noch aus wenigen Schwestern besteht, sind sie für zahlreiche Schülerinnen wichtige Gesprächspartnerinnen. Als soziales Projekt unterstützen Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer dauerhaft die karitative und pädagogische Arbeit dieses Ordens in Kolumbien. Durch regelmäßigen Kontakt zu den Schwestern der Ordensleitung und den Schwestern aus Bogotá (Kolumbien) ist dieses Anliegen über die materielle Hilfe hinaus von der Schulgemeinde getragen und wird mit konkreten Personen verbunden, die dem sozialen Anliegen ihr menschliches Gesicht geben. In regelmäßigen Abständen wird die Schule von Schwestern aus Kolumbien besucht, vor wenigen Jahren haben auch Lehrerinnen und Lehrer der Schule den Besuch erwidert. Regelmäßig wird in den großen Gottesdiensten und bei verschiedenen Gelegenheiten Geld für die Unterstützung der Schwestern gesammelt. Klassen übernehmen Patenschaften für einzelne Kinder in Kolumbien, wobei sich diese Patenschaft in Zukunft auf ganze Schulklassen beziehen wird. Eine Bogotá-AG hält durch ihr Engagement den Gedanken der Unterstützung notleidender Menschen über das ganze Jahr hinweg lebendig.
3. Der Schulseelsorger und die Schulpastoral
Am Gymnasium Marienberg steht ein vom Erzbischof für diese Aufgabe eingesetzter Priester mit vollem Stellenumfang als Schulseelsorger zur Verfügung. Im Auftrag des Erzbischofs verantwortet er die Schulpastoral. Die Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Religion ist ihm dabei eine wertvolle Unterstützung. Dabei muss jedoch gesehen werden, dass die Schulpastoral nur dann sinnvoll sein kann, wenn sie von allen an der Schule Lebenden und Handelnden mitgetragen und mitgestaltet wird. Das religiöse Leben wird nicht als Sonderwelt oder Nische verstanden, sondern als Inspiration allen Tuns an der Schule.
Schulpastoral stellt im Idealfall ein Zusammenspiel aller dar, die ihren je eigenen Beitrag zur genannten „Humanisierung der Schule“ aus christlichem Geist heraus leisten. Sie fördert die Kommunikation zwischen Eltern, Lehrern und Schülerinnen, bietet Wegbegleitung und Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung an und ermutigt zu einem am Evangelium orientierten Leben [5]. Wir übersehen nicht, dass dieses Ideal im schulischen Alltag nicht immer gelingt. Im Blick auf die Schulgemeinde muss zugestanden werden, dass die Angebote für Eltern und Lehrer gegenüber den pastoralen Angeboten für die Schülerinnen noch ausbaufähig sind.
4. Konkretes
In der theologischen Literatur wird nach dem II. Vatikanischen Konzil das Leben der Kirche auf drei Säulen gestellt. Von gleicher Bedeutung für die Pastoral sind das gelebte Zeugnis des Glaubens (Martyrie), der gefeierte Gottesdienst und das Gebet (Liturgie) und die praktizierte Nächstenliebe (Diakonie/Caritas).
Alle drei Wesensvollzüge der Kirche dienen der Gemeinschaft (Koinonie), die ebenfalls ein Grundzug christlichen Lebens darstellt. Indem die kirchlichen Dokumente alles kirchliche Tun in der Schule im Kern diakonal verstehen, zeigen sie, dass Liturgie und Zeugnis immer darauf hingeordnet sind, der Schülerin, den Eltern oder dem Lehrer/Lehrerin Hilfen für ein im christlichen Sinne gelingendes Leben zu geben. Die folgende Trennung der Wesensvollzüge lässt sich nicht starr verstehen, sie dienen allein der Orientierung und Systematisierung.
Angebote der Martyrie
Der christliche Glaube ist nicht privat, sondern lädt andere ein, mit ihm eigene Erfahrungen zu machen. Insbesondere Gemeinschaftserfahrungen ermöglichen, sich mit dem Glaubenszeugnis anderer auseinander zu setzen.
Besonders hervorgehoben seien hier die „Tage religiöser Orientierung“ (TRO), die für die Schülerinnen der EF und auf freiwilliger Basis für die Schülerinnen des Abiturjahrgangs angeboten werden. Während die Tage für die Abiturientinnen vom Schulseelsorger allein durchgeführt werden, sind an den TRO (4 Tage) der Schülerinnen der EF zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der Schule beteiligt. Wichtig dabei ist, dass nicht nur Religionslehrerinnen und –lehrer, sondern Lehrer aller Fachgruppen mit ihrer jeweiligen Kompetenz eingebunden sind. Während in unterschiedlichen Gesprächskreisen zentrale Themen des Glaubens unter dem Oberthema „Gott finden“ zur Sprache kommen, wird in kreativen Workshops Schülerinnen die Möglichkeit gegeben, unterschiedliche Gemeinschaftserfahrungen zu machen (z.B. Lyrik, Theater, Tanz, Chor, bildende Kunst). Ohne Aufdringlichkeit zeigen Lehrerinnen und Lehrer, dass ihnen ihr eigener Glaube etwas bedeutet. Gemeinsame Gottesdienste sind zum einen Feier des Glaubens, zum anderen aber auch die Gelegenheit, Zeugnis über den eigenen Glauben zu geben. Als neuer Gesichtspunkt dieser Tage kommt hinzu, dass sie der Reflexion des in dieser Stufe vorangegangenen Sozialpraktikums dienen sollen.
In der Q1-Phase wird ein Projektkurs angeboten unter dem Thema „Christentum und Judentum“. Ein Ziel dieses Kurses ist es, die Situation der Christen im Heiligen Land kennenzulernen. Angestrebt wird ein Schüleraustausch mit der „Technology High School NOTREDAME“ in Mi’ilya, einer melkitisch-katholischen Schule im Norden Galiläas.
Schülerinnen des Gymnasiums Marienberg geben auf unterschiedliche Weise Zeugnis ihres Glaubens.
Viele sind in ihren Pfarrgemeinden in der Messdiener- und Jugendarbeit engagiert, was von unserer Schule dankbar wahrgenommen und unterstützt wird.
Bei der Fronleichnamsprozession in der Neusser Innenstadt bilden sie eine eigene Gruppe.
In Frühschichten, die während des ganzen Jahres stattfinden, pflegen sie den Kontakt zur benachbarten Pfarrgemeinde. Der Kontakt der evangelischen Schülerinnen zur evangelischen Kirchengemeinde ist durch den regelmäßigen Kontakt zu den Pfarrern gewährleistet, die den Schulgottesdienst für diese Gruppe leiten.
Jedes Jahr gibt es eigene Firmgruppen, die von einzelnen Kollegen oder vom Schulseelsorger geleitet werden.
Bei der Diözesanministrantenwallfahrt nach Rom (Oktober 2010) gab es eine eigene Marienberger Gruppe, die dort die Freude am Glauben und die weltweite Gemeinschaft der Kirche erfahren konnten.
Aktuell bereiten sich einige Schülerinnen, Kolleginnen und Kollegen auf die Teilnahme am Papstbesuch im September 2011 in Deutschland vor.
Regelmäßig nimmt die Jahrgangsstufe 6 an der jährlichen Wallfahrt mit dem Erzbischof nach Altenberg teil und begegnet dabei Schülerinnen und Schülern anderer Erzbischöflicher Schulen. Eine ähnliche Erfahrung können Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8 oder 9 machen, wenn sie alle drei Jahre zur Beteiligung an der Domwallfahrt in Köln eingeladen sind.
Viele Schülerinnen der Schule fahren zum Weltjugendtag und geben im Anschluss durch Erfahrungsberichte Zeugnis ihres Glaubens unter den Mitschülerinnen.
Angebote der Diakonie
Der Schulseelsorger ist dauerhaft anwesend und steht allen Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern zum Gespräch zur Verfügung. Er verfügt über ein eigenes, zentral gelegenes Seelsorgebüro. Durch dieses niederschwellige Angebot nehmen besonders Schülerinnen und Lehrer das Gesprächsangebot wahr, ohne dass sie großes Aufsehen erregen. Da der Schulseelsorger auch als Lehrer tätig ist, ist er im Kollegium ebenfalls gut beheimatet. Es zeigt sich, dass er in verschiedenen Krisensituationen, aber auch in ganz alltäglichen Fragen immer wieder als Gesprächspartner gesucht wird. Das gilt auch für Eltern, die oft eher einen Kontakt zum Schulseelsorger als zu ihrem Heimatpfarrer herstellen.
Auch die Beratungslehrerinnen und –lehrer, Klassenlehrer und Stufenleiter üben einen schulpastoralen Dienst an der Humanisierung der Schule aus. Das gilt ebenso für die älteren Schülerinnen, die als Patinnen oder als Nachhilfen für jüngere Schülerinnen Zeit investieren.
Seit Jahren absolvieren alle Schülerinnen bei Eintritt in die Oberstufe ein verpflichtendes Sozialpraktikum, das von Lehrerinnen und Lehrern initiiert und betreut wird. In einer Bildungslandschaft, die immer mehr auf Leistung und Funktionalität setzt, halten wir dieses soziale Engagement für unverzichtbar, und leisten so einen Beitrag nicht nur zur Humanisierung der Schule, sondern ebenfalls einen zur lebensnotwendigen Humanisierung der Gesellschaft.
Das Bogotá-Projekt wird von zahlreichen Schülerinnen, Eltern und Lehrern mitgetragen. In Zukunft wird noch mehr daran zu arbeiten sein, dass allen in den genannten Feldern Tätigen deutlich wird, dass sie nicht nur einen nebensächlichen Dienst leisten, sondern das katholisch-christliche Profil unserer Schule prägen und dauerhaft garantieren.
Einzelne Klassen besuchen Menschen in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen der Stadt Neuss.
Diakonales Handeln geschieht über einzelne Aktionen hinaus dort, wo Lehrerinnen und Lehrer im Sinne Clara Feys den Schülerinnen mit Ehrfurcht und Respekt begegnen, klare Grenzen setzen, es aber auch nicht an Wärme und Menschenfreundlichkeit fehlen lassen. Ein Unterricht, der in diesem Geist gestaltet wird, befähigt unsere Schülerinnen, zu eigenständigen und selbstbewussten Persönlichkeiten heranzuwachsen. Wenn nach dem katholischen Profil aller Unterrichtsfächer am Gymnasium Marienberg gefragt wird, dürfen nicht allein die Inhalte, sondern müssen vor allem solche Grundhaltungen kennzeichnend sein. Hier prägen alle Lehrerinnen und Lehrer die Atmosphäre dieser Schule und geben ein Vorbild auch für das Verhalten der Schülerinnen untereinander.
Angebote der Liturgie
Das morgendliche Schulgebet in jeder Klasse und in jedem Kurs gehört zum unverzichtbaren Profil der Schule. Indem Lehrerinnen und Lehrer hierfür Zeit investieren, geben sie auch ein persönliches Zeugnis des Glaubens.
Jede Jahrgangsstufe kommt zu einem eigenen Schulgottesdienst, der jede Woche gefeiert wird. Die Oberstufe hat gemeinsam einen Gottesdienst. Auch wenn bei den älteren Schülerinnen keine Anwesenheitskontrolle stattfindet, wird ihnen immer wieder verdeutlicht, dass ihre Teilnahme am Gottesdienst nicht gleichgültig ist. Die Schülerinnen bereiten in den Religionskursen die Gottesdienste vor, wobei sie sich an den Vorgaben des Kirchenjahres orientieren. Jeden Monat, in den geprägten Zeiten des Advent oder der Fastenzeit, nehmen Schülerinnen an den Frühschichten in der benachbarten Pfarrkirche teil.
Die Religionsfachgruppe gestaltet für einzelne Jahrgänge kurze Adventsmeditationen vor Schulbeginn. Jede Woche trifft sich eine Gruppe in der Schulkirche zum Gebet des Rosenkranzes.
Der Schulseelsorger steht jederzeit zum Gespräch, aber auch zur Spendung des Bußsakramentes (Beichte) zur Verfügung. Zum christlichen Menschenbild gehört der verantwortete und befreiende Umgang mit Schuld und Versagen. Darüber hinaus gibt es vor Weihnachten und Ostern ausdrückliche Beichtangebote, zu denen auch Priester aus den Pfarrgemeinden der Stadt kommen.
Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich neben den Schülerinnen aktiv an der Liturgie: in der Gottesdienstvorbereitung mit den einzelnen Klassen und Kursen, als Kommunionhelfer, als Lektoren oder im großen Feld der Kirchenmusik.
In jedem Halbjahr werden die Gottesdienste eine Woche lang als ökumenische Gottesdienste gefeiert. Die evangelischen Schülerinnen haben monatlich eigene konfessionelle Gottesdienste, sind ansonsten zur Teilnahme an den katholischen Gottesdiensten eingeladen. An wichtigen Tagen im Jahr feiert die ganze Schulgemeinde gemeinsame, feierliche Hl. Messen: am Schuljahresbeginn und –ende, an Aschermittwoch und vor Weihnachten. Einmal im Jahr sind Schülerinnen, Eltern und Lehrer zu einer Familienmesse am Sonntagnachmittag eingeladen, an die sich ein Nudelessen im Forum der Schule anschließt. Die Lehrerinnen und Lehrer feiern ebenfalls mindestens einmal im Jahr einen gemeinsamen Gottesdienst.
Bedeutsam ist schließlich die eigene Schulkirche, die über das Schulgebäude erreichbar ist. Dort werden die Gottesdienste gefeiert, aber darüber hinaus steht sie allen während des Tages zur Stille und zum Gebet offen. Manche Schülerinnen unterstreichen ihr Gebet, indem sie dort eine Kerze entzünden. Manchmal ist dies die beste Hilfe etwa im Trauerfall oder in anderen Lebenskrisen. Die Schwestern vom armen Kinde Jesus nehmen immer wieder Anliegen der Schulgemeinde in ihr regelmäßiges Gebet.
5. Ziele
Insgesamt bietet das Angebot der Schulpastoral eine Fülle an Möglichkeiten, welche die oben genannte Theorie glaubwürdig mit Leben füllt. Es wird noch daran zu arbeiten sein, die vielen Angebote zu vernetzen und bei allen das Bewusstsein zu stärken, dass ihre Arbeit für das Gesamt der Schule wichtig ist. Zu diesem Zweck soll in nächster Zukunft ein „Arbeitskreis Schulpastoral“ initiiert werden, in dem Schülerinnen, Lehrer und Eltern ihre Ideen austauschen.
Vieles geschieht, ohne dass es von allen wahrgenommen wird. Schulpastoral kann sich nie als abgeschlossen verstehen, sondern befindet sich im stetigen Prozess. Das bezieht sich auf alle Mitglieder der Schulgemeinde, etwa auf die Schülerinnen, die immer wieder zur Teilnahme an den Gottesdiensten motiviert werden müssen. Dafür ist das Zeugnis der Erwachsenen unverzichtbar. Aufgabe des Schulseelsorgers ist es, diesen Gesprächsprozess in Gang zu halten. Angebote für Eltern und Lehrer sind ebenfalls verstärkt in den Blick zu nehmen. Hierbei dürfte es notwendig sein, diese einmal nach ihren Bedürfnissen und Wünschen zu fragen.
Da Schulpastoral kein Feld für Spezialisten ist, und der Schulalltag oft von anderen Themen und Notwendigkeiten geprägt ist, müssen alle noch stärker ihre eigene Berufung für das Gelingen des Gesamten entdecken. Wenn Schülerinnen im Gespräch mit dem Schulseelsorger, gefragt nach dem Spezifikum unserer Schule antworten, es herrsche eine insgesamt gute Atmosphäre und es sei immer jemand als Gesprächspartner verfügbar, zeigt dies, dass das Gymnasium Marienberg auf einem guten Weg ist.
[1] Die deutschen Bischöfe. Kommission für Erziehung und Schule 16 (Bonn 1996).
[4] Erzbistum Köln, Schulpastoral, S.5.
5 Schulpastoral in Kath. Schulen in freier Trägerschaft, in : Ordenskorrespondenz 31 (1990) 426-432
[5] Lebenswelt Schule – Religionsunterricht – Schulpastoral; J. H. Schneider; Kirchl. Arbeitsstelle f. Fernstudien/Theol. i. Fernkurs bei der Domschule Würzburg e. v. 1997; S. 7
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