Erntedank im Gymnasium Marienberg
Foto: O.GruschkaEine Feier gegen den Machbarkeitswahn mit einem überzeugenden Erlös aus der Versteigerung der Erntedankkörbe.
Ägypter, Chinesen, Griechen oder Römer taten es schon vor langer Zeit: Sie verehrten aus Anlass der Ernte die jeweilige Gottheit. So war beispielsweise die Cerealia das Fest der altrömischen Göttin Ceres. Die Römer verehrten sie - als (vermeintliche) Herrscherin über Reifung und Wachstum der Ackerfrüchte. Da erklärt sich auch, woher der Name kommt, wenn wir heute von Zerealien (Getreide, Feldfrüchte) sprechen.
Heutzutage ist die kirchliche Erntedankfeier in den Gottesdienst integriert. Erntegaben schmücken den Altar oder werden im Gottesdienst zum Altar gebracht. In vielen Gemeinden ist dieser Gottesdienst auch mit einer Solidaritätsaktion zu Gunsten hungernder Menschen verbunden.
Auch danken katholische Christen in jeder Eucharistiefeier für „die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“. Was die Natur hervorbringt, wird als Gottesgeschenk betrachtet. Einmal im Jahr bietet dieses Danken allen Christen Anlass zu einem eigenen Fest, dem Erntedankfest. Fest und Feier zu Erntedank haben zwei verwandte Quellen: Der Abschluss der Ernte bot darum immer Anlass zu Dank
Pastorin Brügge verwies in ihrer Predigt eindrucksvoll auf das Sterntalermärchen.
Das Erntedankfest ist in der katholischen Kirche seit dem 3.Jahrhundert fest verankert ohne einen einheitlichen Festtermin auszuweisen. Es kann ja auch keinen geben, weil die Terminierung des Festes klimazonenabhängig ist. In Deutschland, so Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, wurde der erste Sonntag im Oktober erst 1972 von der Bischofskonferenz festgelegt . Die Erntedankfeier ist in den Gottesdienst integriert und mündet in Marienberg wie in vielen Gemeinden in einer Solidaritätsaktion zu Gunsten armer Menschen Die Gemeinden sind aber nicht verpflichtet, dieses Fest auch zu feiern. In evangelischen Gemeinden ist der Michaelstag (29. September) oder einer der benachbarten Sonntage Festtag. Im Gymnasium Marienberg wurde im Anschluss an die Messe bei der Bewirtung in der Schule und durch die Versteigerung der gestifteten Erntekörbe die tolle Summe von ca 1800 Euro erzielt. Schulleiter Herr Burdich sorgte mit beseelender Durchsetzungskraft für die gelungene Auktion der Körbe. Der Betrag geht an die Clara - Fey -Hilfe e.V. Wir danken allen Beteiligten, die im Umfeld und im Hintergrund das Fest organisierten. Wir danken den Schülerinnen, die mit viel Liebe die Körbe zusammenstellten, ihren Eltern und Klassenlehrerinnen. Eine tolle Leistung. Als es darum ging, Körbe für das Erntedankfest zu schmücken, waren die Schülerinnen der fünften Klassen kaum zu bremsen. Im Nu hatten sich die Mädchen dazu bereit erklärt, Körbe von zu Hause mitzubringen, und die anderen wollten für den Inhalt und die Dekoration sorgen. Am Morgen des Erntedankfestes stapelten sich dann im Klassenzimmer Tüten mit Kartoffeln, Trauben, Nüssen, Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Ähren und Efeu. Es wurde Brot gebacken und Marmeladengläser dekoriert wurden. Schließlich standen die Körbe da und warteten auf ihren Auftritt. Herr Burdich dankt auch der Spendenbereitschaft der Eltern, die diese enorme Summe als Zeichen der Solidarität mit der Arbeit der Schwestern in Kolumbien ermöglichten.
Olaf Gruschka
Foto: Olaf Gruschka |