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1944 – 1954 – 2004

Die Geschichte unserer Kapelle und ihre noch sichtbaren Spuren

 

Nachdem 1439 das Kloster Marienberg gegründet worden war, ging man sehr bald auch an den Bau einer angemessen großen Kirche, die 1462 auf den Titel Mariae Geburt (Patrozinium: 8. September) geweiht werden konnte. Die Grundmauern der einschiffigen Kapelle stehen bis heute. Nach der ersten Vertreibung der Schwestern im Jahr 1643 durch die hessischen Truppen, erfolgte 1651 eine Neubesiedlung durch die Au-gustinerinnen aus Holzheim. Zeug-nisse dieser Zeit sind die Gräber in der wieder zugänglich gemachten Gruft der Kapelle. Da die sechzehn Grab-nischen regelmäßig neu verwendet wurden, nachdem die Gebeine der vorher dort bestatteten Schwester in die leider zerstörte Beinkammer gelegt worden waren, sind die heute lesbaren Namen und Todesjahre alle aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auf einem Grab steht der Name Anna Margareta Jortans. Ob es eine Schwester aus der alten Neusser Bürgermeisterfamilie Jordans war, deren Haus noch heute unserer Schule gegenübersteht? In der Gruft finden sich auch Grabplatten, die wohl ursprünglich in den Kapellenboden eingelassen waren, aus der ersten Besiedlungsphase des Klosters. Ständig sichtbar ist aus dieser Zeit noch die Platte eines Priestergrabes, die im Innenhof vor der Kapelle an der Wand angebracht ist.

1802 wurde das Kloster erneut aufgehoben und die Schwestern vertrieben. Nachdem die Kapelle zunächst als Magazin benutzt wurde, übergab sie 1805 Napoleon den Protestanten in Neuss als Pfarrkirche, wodurch sie im Unterschied zu anderen Klöstern in Neuss vor dem Abbruch bewahrt blieb. Seit 1856 besteht in den Räumen des alten Klosters eine Niederlassung der Schwestern vom Armen Kinde Jesus aus Aachen, die die Kapelle aber erst 1911 nach der Fertigstellung der Christuskirche übernehmen konnten. Ein Foto vom Anfang des 20. Jhdts. lässt diese Phase erkennen. Auf dem später abgerissenen Teil des Klosters an der Rheinstraße zeugt ein kleiner Dachreiter von der dort eingerichteten Annakapelle, die von den Schwestern genutzt wurde, da ihnen die Kapelle am Glockhammer noch nicht zur Verfügung stand. Dort allerdings ist noch sehr gut in den Fenstern das alte gotische Maßwerk zu erkennen. An die Hauskapelle erinnert heute noch die Annafigur über dem den Fenstern der Aula. Die Innenaufnahme von 1925 mit betenden Schwestern und Schülerinnen zeigt den Raum in seiner ursprünglich einschiffigen Gestalt ohne das erst nach dem zweiten Weltkrieg angebaute Seitenschiff.

In das Jahr 2004 fallen zwei Gedenktage mit runden Jahreszahlen der jüngeren Geschichte. Vor 60 Jahren, am 31. 12., dem Silvestertag 1944, wurde die Kapelle bei einem Bombenangriff bis auf die Grundmauern zerstört. 10 Jahre später am 15. Juni 1954 konnte die Kapelle wieder neu geweiht und der erste Gottesdienst nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges in ihr gefeiert werden. In den Schulmessen haben wir dieses Ereignisses gedacht. Ein Seitenschiff mit einer Empore, auf der vorne, zur Sakristei hin die Orgel stand, war angebaut und die Fenster des Altarraumes zugemauert worden. An die Gestaltung dieser Zeit erinnert nur noch eines der damaligen Fenster, das im Vorraum der Sakristei erhalten geblieben ist. Die übrigen wurden bei der grundlegenden Neugestaltung in den Jahren 1996 – 1998 durch neue ersetzt. Am 15. 1. 1998 erfolgte die Weihe des neuen, heutigen Altares.

Pfarrer M. Kürten

 
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