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Heilige Messe mit Kardinal Meissner und Prälat Bachner - Foto: Olaf Gruschka

Schulpastorales Konzept als Auszug

 Das gesamte Konzept im Download

 

 

Grundlagen der Schulpastoral am Gymnasium Marienberg - Prof. Dr. Peter Kohlgraf

 

Das feste Angebot der Schulpastoral für Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer gehört zum spezifischen Profil der Katholischen Schulen im Erzbistum Köln, so auch zum Gymnasium Marienberg. Die theoretischen – theologischen Grundlagen zum Selbstverständnis der katholischen Schulpastoral sind von den deutschen Bischöfen in ihrem Schreiben „Schulpastoral – der Dienst der Kirche an den Menschen im Handlungsfeld Schule“ vom 22. Januar 1996 maßgeblich formuliert worden [1]. Sie tragen den sich verändernden gesellschaftlichen, kirchlichen und schulischen Bedingungen, aber auch dem seit dem II. Vatikanischen Konzil veränderten pastoralen Ansatz Rechnung, Seelsorge im Sinne eines diakonischen Ansatzes zu verstehen:

 

„Helft den Menschen leben“ [2], stellt das Leitmotiv einer Schulpastoral dar, die sich als Dienst der Kirche im Handlungsbereich Schule versteht, und dabei gleichermaßen die Schülerinnen dieser Schule, die Eltern, die Lehrerinnen und Lehrer in den Blick nimmt.

 

Sowohl die Zielsetzungen der Bischöfe als auch die Überlegungen zur Schulpastoral des Erzbistums Köln aus dem Jahre 2006 formulieren das Anliegen der Schulpastoral, einen Beitrag zur „Humanisierung der Schule“ [3] zu leisten, bzw. im Blick auf den Einzelnen ihm helfen zu wollen, seinen Weg der „Menschwerdung in Solidarität“ zu finden und selbständig gehen zu können [4]. Dass hierbei ausdrücklich Gott zur Sprache kommt und Erfahrungsräume religiösen Lebens eröffnet werden, qualifiziert die Schulpastoral gegenüber der Schulsozialarbeit inhaltlich.

 

In der Schulpastoral geht es also darum,

 

· „die Subjektwerdung junger Menschen, die an Jesus Maß nimmt, zu fördern und für einen dazu notwendigen menschenwürdigen Lebensraum Schule einzutreten,

 

· eine Kultur der Gemeinschaft und Partizipation einzuüben, die geprägt ist von Kommunikation und Solidarität,

 

· im Miteinander die eigene Gottesbedürftigkeit zu entdecken und Wege zur persönlichen Glaubenserfahrung zu suchen und zu gehen,

 

· die Schülerinnen als die künftigen Trägerinnen von Gesellschaft und Kirche zu einer Haltung des Friedens, der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Bewahrung der Schöpfung zu befähigen.“5

 

Das ausdrücklich religiöse Angebot verstehen wir an unserer Schule als notwendigen Beitrag auch des diakonischen Auftrags, es steht nicht neben der Diakonie oder den anderen schulischen Angeboten, sondern ist aus unserer katholisch-christlichen Sicht als Grundlage der Arbeit unverzichtbar, damit das christliche Menschenbild nicht Theorie bleibt, sondern gelebte und gefeierte Praxis.

 

Zum christlichen Menschenbild gehört wesentlich die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Diese verstehen wir jedoch nicht als unverbindliche Beliebigkeit. Verschiedene religiöse Angebote gehören selbstverständlich zum Leben am Gymnasium Marienberg, etwa das Schulgebet, die Gottesdienste und die „Tage religiöser Orientierung“. Von Schülerinnen eine verbindliche Teilnahme zu fordern, widerspricht nicht der Religionsfreiheit (GG Art.4). Wir sind davon überzeugt, dass eine Schülerin nur dann eine freie Entscheidung für oder gegen den christlichen Glauben treffen kann, wenn sie sich der Beschäftigung mit seinen zentralen Inhalten und der gelebten Glaubenspraxis nicht entzieht. Schülerinnen haben auf diese Weise die Chance zu erfahren, dass christliche Feier, christliches Leben und inhaltlicher Glaube eine unlösbare Einheit darstellen. Es spricht für die Qualität der Schulpastoral, wenn dieser Ansatz eine ständige wechselseitige Kommunikation erfordert, so dass es kein Ausruhen auf einmal Erreichtem geben kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulabteilung