Projekttreffen in Darlowo in Polen

Erfahrungsberichte

 

Bei unserer Ankunft in Danzig haben wir und die Tschechen erst einmal nicht viel geredet. Nach einiger Zeit, als auch die anderen Länder dazu kamen, wurde man lockerer und hat gemerkt, dass wir alle gleich "gutes" Englisch konnten. Auch so waren wir uns in sehr vielen Dingen sehr ähnlich. Man konnte besonders die Busfahrt nach Darlowo nutzen, um mehr über die Schüler aus den anderen Ländern zu erfahren und ihnen selber etwas von sich zu erzählen.

Ich habe mich besonders mit der Engländerin Kate verstanden. Sie war begeistert von meinem Deutsch und ich von ihrem Englisch. Am Ende des ersten Tages war die Sprache kein Hindernis mehr; es hat sich angefühlt, als hätte ich schon Monate nur Englisch gesprochen und ich habe automatisch Englisch gedacht. In der Woche in Polen ist mir wieder etwas aufgefallen, was ich auch schon bei dem Treffen in Deutschland bemerkt hatte. Man hat sich mit jedem gut verstanden und nach dem zweiten Tag hat sich die Comenius Gruppe wie eine große Familie angefühlt.

Wir sind aus vielen verschiedenen Länder mit verschiedenen Kulturen und haben doch so vieles gemeinsam. Ich wurde sehr oft gefragt, wie es mir in Polen gefallen würde. Man hat sich sehr viel Mühe gegeben, dass man uns die Kultur von Polen zeigt und einige hatten auch Angst davor, dass mich einige der heruntergekommenen Fassaden abschrecken würden. Bevor ich die Fahrt nach Polen angetreten habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal dorthin fliegen würde, weil man trotz der langen Zeit immer noch nicht viel Gutes von Polen hört.

Meine Meinung hat sich komplett geändert und ich möchte noch einmal nach Darlowo oder nach Danzig reisen. Mich hat ganz besonders die alte Geschichte und die Kultur von Darlowo/Danzig und die dortigen Menschen fasziniert. In der ganzen Woche hatte ich viel Spaß und habe neue Freunde kennen gelernt und ich hoffe, dass ich so etwas noch einmal erleben darf.

von Francine Froitzheim

Am Sonntag herrschte allgemein nur Vorfreude. Wir alle waren geprägt von einer lockeren und erwartungsvollen Stimmung. Am Hotel in Danzig angekommen, hatten wir nur kurz Zeit uns für's Essengehen fertig zu machen. Die Zimmer waren wunderschön und ich fühlte mich sofort wahnsinnig wohl. Auf dem Weg zum Restaurant sahen wir bereits einen kleinen, wundervollen Teil von Danzig und trafen auch schon auf die tscheschische Gruppe. Im Restaurant haben sich die Leute der unterschiedlichen Nationen (Tschechen, Deutsche und die polnischen Lehrer) noch zu ihren Landsleuten gesetzt haben.

Auch am nächsten Tag war das mit den Verbindungen zu den anderen Nationen aufbauen erst noch nicht sonderlich erfolgreich, denn jeder hatte ein bisschen Sorge, wie die anderen wohl reagieren würden, wenn man sie einfach auf Englisch anspricht. Aber als am Nachmittag die Engländer dazu stießen, begannen die ersten Versuche eine Kommunikation aufzubauen. Nach der Stadtführung durch Danzig fuhren wir zum Flughafen um die Italiener abzuholen. Als wir dort ankamen hörten wir, dass der Flug eine Stunde Verspätung hätte, was zunächst alle ziemlich nervte. Man war ohnehin schon aufgeregt und wollte endlich die polnischen Austauschschüler kennen lernen, und dann sollten wir auch noch eine Stunde länger warten? Na super!

Im Nachhinein bin ich froh darüber, dass der Flug Verspätung hatte, denn in der Zeit haben wir viel mit den Engländern geredet und uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Auf der Fahrt, die zweieinhalb Stunden dauerte, haben wir mit den englischen Schülern Reisespiele, wie 'Ich sehe was, was du nicht siehst', gespielt und hatten wirklich sehr viel Spaß .In Darlowo angekommen ging alles ziemlich schnell, wir wurden den Gastfamilien zugeteilt und konnte uns noch schnell von den anderen verabschieden, dann sind wir auch schon mit der Familie nach Hause gefahren. Ich habe mich sehr gefreut darüber, dass ich die Polen, die auch in Deutschland waren, wieder gesehen habe, auch wenn nicht viel Zeit für lange Gespräche war. Bei meiner Gastgeberin Lena zu Hause angekommen, gab es erst mal Abendessen und ich wurde dem Rest der Familie vorgestellt, also dem Vater und der kleinen Schwester. Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört hatte, dass der Vater ein bisschen Deutsch kann, das erleichterte alles ein bisschen. Ich hatte eine eigene kleine Wohnung mit Schlafzimmer, Bad und einem kleinen Wohnzimmer, was die Familie im Sommer an Touristen vermietet. Nach dem Abendessen habe ich mit Lena einen Film geguckt (auf Englisch mit polnischen Untertiteln).

Am nächsten Morgen in der Schule hat Lena mich ihren Freunden vorgestellt, von denen eine aus Deutschland kommt und deshalb sehr gut Deutsch kann. Bei der Führung durch die Stadt habe ich mich besonders gut mit den Engländern und einigen Polen verstanden, auch mit den Italienern und den Tschechen habe ich mich ein bisschen unterhalten. Am Abend sind alle Schüler zusammen an den Strand gegangen und ich hatte das Gefühl, als würde ich sie alle schon lange kennen, die Angst davor englisch zu sprechen war kaum bis gar nicht mehr vorhanden. Alle haben sich sehr viel Mühe gegeben, alles was gesagt wird zu verstehen. Meine Austauschschülerin zum Beispiel kann nicht so gut Englisch sprechen, aber man hat sich trotzdem super verstanden und konnte sich irgendwie verständigen. Im Notfall hat sie polnisch geredet und ihre Freunde haben es übersetzt. Nachdem wir am Strand gewesen waren, sind wir mit der deutschen Freundin und einer anderen Freundin, die eine Engländerin als Austauschschüler hatte, zu Lena gegangen.

Von Tag zu Tag verschwand die Angst englisch zu sprechen immer mehr, nach schon zwei Tagen habe ich schon in Englisch gedacht und geträumt, ich musste mich stark konzentrieren um Deutsch zu sprechen. Wir waren mit den Engländern und deren Austauschschülern jeden Tag zusammen am Strand. Die Engländer haben bei ihrer Präsentation das Lied 'I like the flowers' gesungen und man konnte keine fünf Minuten Ruhe haben, ohne dass einer dieses Lied angestimmt hat und alle anderen haben mitgesungen.

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