Erdkunde


 

„Die Geographie vertritt das Reisen und erweitert den Gesichtskreis nicht wenig. Sie macht uns zu Weltbürgern
und verbindet uns mit den entferntesten Nationen.
Ohne sie sind wir nur auf die Stadt, die Provinz, das Reich eingeschränkt,
in dem wir leben. Ohne sie bleibt man, was man auch gelernt haben mag, beschränkt, begrenzt, beengt. Nichts bildet und kultiviert den gesunden Verstand mehr als Geographie.“

 

Immanuel Kant

Der Begriff Geographie stammt aus dem Griechischen und bedeutet die „Erde beschreiben“. Um die Erde beschreiben oder erkunden zu können, erlernen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Orientierung auf der Erde z.B. im Umgang mit Karten und dem Atlas.

Darüber hinaus ist es Ziel des Erdkundeunterrichts, die räumlich geprägte Lebenswirklichkeit zu erfassen, d.h. ein Verständnis für die naturgeographischen, ökologischen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen und Prozesse zu entwickeln, die die unterschiedlichsten Räume auf unserer Erde prägen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen folglich Regionen kennen, in denen eisige Kälte oder glühende Hitze vorherrscht, in denen es täglich regnet oder fast nie, die über achttausend Meter hoch reichen oder unter dem Meeresspiegel liegen....

 


 

 

Nur mit diesem Verständnis ist es möglich, unseren eigenen Lebensraum zu gestalten, und zwar nachhaltig zu gestalten. Unter diesem Schlagwort der Nachhaltigkeit versteht man eine Entwicklung, die gewährleistet, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu gefährden. Dabei unterscheidet man die drei Säulen der Ökologie, der Ökonomie und des Sozialen, mit denen sich auch die Schülerinnen und Schüler immer wieder aufs Neue auseinander setzen müssen:

 

  • Wie können wir unseren Naturraum nutzen, ohne ihn zu gefährden?
  • Welche Auswirkungen hatten und haben unsere Eingriffe in den Naturhaushalt?
  • Wie können wir sinnvoll wirtschaften, ohne über unsere Verhältnisse zu leben?
  • Wie sollte eine Gesellschaft organisiert sein, ohne dass es zu sozialen Benachteiligungen kommt?
  • Wie können wir erreichen, dass alle Menschen (auch in den sog. Entwicklungsländern) ein menschenwürdiges Leben führen können und am technischen und sozialen Fortschritt teilhaben?
  • Welche Rolle spielen dabei Religion, Kultur, Geschichte und der gegebene natürliche Lebensraum / Naturraum?

 


 

 

Diese und andere Fragen werden beispielhaft anhand verschiedener Räume, Länder und Kulturen erörtert, um die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, sich sachkompetent mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit auseinander zu setzen und diese vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse und Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.