10a


 

Schuljahr 2015/16

Klassenleitung: Herr Krewel, Frau Weinbeer

 


 

2014/2015

Klassenlehrer: Herr Krewel, Frau Weinbeer

 


 

9a auf dem roten Teppich in Berlin und ein Foto Shooting mit der Kanzlerin

13. Juni 2015; WB

Endlich war es so weit: Vom 8.6. -12.6.2015 konnte die 9a endlich ihren Preis einlösen, den sie beim Wettbewerb für politische Bildung 2014 mit ihrem Projekt zu Denkmälern des  Ersten Weltkriegs gewonnen hatte – die lang ersehnte Reise nach Berlin.

 

Berlin ist groß und das Programm war umfangreich – das fanden zumindest unsere geplagten Füße.

 

Nach 9-stündiger Fahrt am Montag begann der Dienstag gleich mit einem Highlight – der Besuch in der „Waschmaschine“  der Republik,  in der laut Berliner Volksmund die schmutzige Wäsche Deutschlands gewaschen wird (im übrigen Deutschland eher bekannt als Kanzleramt): Nachdem wir den strengen Hochsicherheitscheck  hinter uns gebracht hatten erlangten wir als Preisgewinner Zugang zu den ansonsten für die Öffentlichkeit verschlossenen oberen Etagen, in denen sich Angela Merkels Büro und die Kabinettsäle befinden.  Als die Kanzlerin sich dann zum Foto Shooting zu uns gesellte und sich kurz mit einzelnen Schülern unterhielt,  war das schon ein sehr besonderer Moment für alle Beteiligten.

 

Im Anschluss an das Kanzleramt ging es zu Fuß vorbei an Reichstag, Brandenburger Tor und Holocaust Mahnmal – auch das ist typisch Berlin: Geschichtsträchtiges wohin man sieht – zum supermodernen Potsdamer Platz: ausgiebige Shopping Pause! 

 

Danach eine 3-stündige Stadt­rundfahrt, geführt von einem waschechten Berliner Original namens Brigitte.  Hier bekamen wir einen tollen Überblick über breite Teile der Stadt – an vielen Stellen konnten wir kurz aussteigen, viel haben wir gesehen: Gendarmenmarkt für ein Foto auf dem roten Teppich der Stars und Sternchen. In der Friedrichstraße am Checkpoint Charlie hörten wir die Geschichte vom Maueropfer Peter Fechter,  sahen die East Side Gallery mit dem berühmten Bruderkuss,  Alex, Regierungs- und Diplomatenviertel, Ku-damm und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Siegessäule, Bahnhof Zoo, Schloss Charlottenburg und und und ..

 

Mittwoch ging es weiter mit einem Tag in Potsdam: Zunächst mussten wir uns eine neue Zugverbin­dung suchen (man frage die Berliner!), weil der geplante Zug nicht fuhr. Angekommen in Potsdam gaben wir eine Runde Stadtpläne aus mit dem Auftrag an die Schüler, sich innerhalb einer Stunde zum vereinbarten Treffpunkt  „Brandenburger Tor“ (vorsichtshalber mit dem Zusatz „in Potsdam“ – man weiß ja nie …) durchzuschlagen.  Als wir nach einem entspannten Bummel durch ein wirklich hübsches Potsdam dort eintrafen, sahen wir weniger Schüler sondern Tüten – viele Tüten …

Dann – samt Tüten – Fußmarsch zum Schloss Sanssouci – dort wieder eine Führung durchs Schloss und Teile der wunderschönen Gartenanlage. Anschließend mit dem Bus zum Filmpark Babelsberg. Dort erschossen wir Geister, bummelten durch Frankensteins Labor und kauften Filmblutkapseln – eher weniger Kultur aber viel Spaß.

 

Am Donnerstag dann schon der letzte Programmtag – schade – irgendwie könnte man immer noch länger. Der Tag begann – in Anknüpfung an unser Wettbewerbsthema - mit einer Führung zu Gedenkstätten in Berlin Mitte und eröffnete uns noch einmal eine völlig andere Perspektive auf die Stadt.  Im z.T. schon bekannten Gebiet, aber diesmal etwas abseits der Hauptrouten  erfuhren wir Neues über die Geschichte des Brandenburger Tores, das Denkmal  für die ermordeten Reichstagsabgeordneten, das Holocaust-Mahnmal, den alten Führerbunker und auch hier noch viele viele mehr.

 

Danach nochmal Shopping-Pause – die Klasse verteilte sich diesmal auf verschiedene Zentren . Alexanderplatz, Friedrichstraße, Potsdamer Platz – mit dem Auftrag sich um 14.45 an der U-bahn Haltestelle Gleisdreick einzufinden – kleine Zitterpartie für die begleitenden Lehrer, die aber belohnt wurde: Wirklich alle waren pünktlich da!!

 

Von dort aus ging es quer durch Kreuzberg zum Technikmuseum. Dort wurden die Schüler zu Experten bezüglich verschiedener Fragen der Industrialisierung – auch hier nochmal eine Anknüpfung an den Geschichtsstoff der 9. Klasse. Wer anschließend noch Kraft hatte – und die ließ merklich nach – ging noch eine Runde „Spielen“ im Spektrum – einer Sammlung physikalischer Versuche zum Probieren und Mitmachen.

 

Vom Technikmuseum aus schlugen wir uns ein letztes Mal durch den Dschungel der Großstadt zum Bahnhof  Friedrichstraße, um unsere rundum gelungene Klassenfahrt bei strahlend blauem Himmel mit einer Spreefahrt durch das historische Berlin  zu krönen.

Am Freitag dann die Rückfahrt in nahezu unheimlicher Stille – scheinbar vollständiges  K.O 

 

Und was haben wir gelernt fürs Leben?

·         Auf dem Kölner Ring ist IMMER Stau

·         Berlin ist eine Baustelle

·         H&M ist überall

·         Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

·         Flexibel sein ist alles: Fahrpläne können stimmen …

·         Außerdem aus der Reihe „lebendige Experimente“ : Wie viele Tüten Chips passen in einen Schüler? Oder  Wie lange brauchen drei Personen um 12 m² knöcheltief mit Müll zu bedecken?

·         Und zum Schluss: Die Stunden zur Verkehrserziehung sollten hiermit abgegolten sein

 

Vielen Dank für die Bilder an Herrn Krewel und akphotographie.de!

Zu den Schlachtfeldern von Verdun - Eine Tagesexkursion der Klasse 9a

Wie es dazu kam: Das Ausstellungsprojekt zum Thema 1914/2014 – Ehre und Vaterland? , an dem die 9a im Laufe des Schuljahres gearbeitet hatte und deren Ergebnis im Januar 2015 im Bad Honnefer Rathaus öffentlich gezeigt wurde, veranlasste Familie Westhoven aus Bad Honnef der Klasse einen Ausflug zu den Schauplätzen des 1. Weltkrieges zu stiften, um den Schülern die Möglichkeit zu bieten, ihr erworbenes Wissen an den Originalschauplätzen der „Urkatastrophe“ zu vertiefen. Herr Habicht-Benthin von der Initiative Wirtschaft für Bad Honnef, der die 9a schon beim Projekt tatkräftig unterstützt hatte übernahm die Organisation und unter der fachkundigen Führung von Stabshauptmann a.D. Peter Baus konnte am 13.5.2015 das Unternehmen starten:

Nach 5 Stunden Fahrt stehen wir endlich vor dem Beinhaus von Douaumont. Die Schüler sind noch aufgedreht und quirlig aber auch beeindruckt von dem mächtigen weißen Turm, der sich vor ihnen erhebt.

 

 

Peter Baus beginnt die Tour mit Erich Kästner:

 

Auf den Schlachtfeldern von Verdun

Auf den Schlachtfeldern von Verdun
finden die Toten keine Ruhe.
Täglich dringen dort aus der Erde
Helme und Schädel, Schenkel und Schuhe.

Über die Schlachtfelder von Verdun
laufen mit Schaufeln bewaffnete Christen,
kehren Rippen und Köpfe zusammen
und verfrachten die Helden in Kisten.

Oben am Denkmal von Douaumont
liegen zwölftausend Tote im Berge.
Und in den Kisten warten achttausend Männer
vergeblich auf passende Särge.

Und die Bauern packt das Grauen.
Gegen die Toten ist nichts zu erreichen.
Auf den gestern gesäuberten Feldern
liegen morgen zehn neue Leichen.

Diese Gegend ist kein Garten,
und erst recht kein Garten Eden.
Auf den Schlachtfeldern von Verdun
stehn die Toten auf und reden.

Zwischen Ähren und gelben Blumen,
zwischen Unterholz und Farnen
greifen Hände aus dem Boden,
um die Lebenden zu warnen.

Auf den Schlachtfeldern von Verdun
wachsen Leichen als Vermächtnis.
Täglich sagt der Chor der Toten:
“Habt ein besseres Gedächtnis!”

 

Wir werfen einen Blick durch die Sichtfenster am Beinhaus: Schädel sehen uns entgegen – an vielen fehlt der Unterkiefer, unzählige Knochen sind dort aufgestapelt – die Überreste von 130 000 unbekannten Soldaten verschiedener Nationen, die keinen einzelnen Körpern mehr zugeordnet werden konnten. Jetzt ist die Klasse still: „Das sind ja echte Knochen“ oder „So viele …“ höre ich gemurmelt.

 

Weiter gehen wir ins Innere des Beinhauses. An den Wänden unzählige Tafeln mit Namen gefallener französischer Soldaten. Viele sind nicht alt geworden: 5.3.98 - 16.5.16 ist so eine Lebensspanne. Auch in der 9a sind Schüler die 98 geboren wurden. „Nächstes Jahr wäre dann Schluss.“ überlegen sie. Auf einmal sind die vorher so abstrakten Ereignisse ganz nah.

 

Danach nimmt uns Herr Baus mit ins nach wie vor völlig umgepflügte Schlachtgelände: Wir sehen Krater, Mengen von Eisenarmierungen der ehemaligen Unterstände, Stacheldraht, Mengen von Tümpeln und Teichen, die nicht das Ergebnis einer gärtnerischen Anlage sind. Herr Baus bleibt inmitten der Einschusstrichter stehen und liest:

 

 

J.-H. Lefebre : Die Hölle von Verdun - In der vorderen Linie

 
„Die dicken Brocken prasseln mit fürchterlichem Getöse und dichten Rauchwolken nieder, reißen riesige Krater auf, verursachen immer mehr Opfer.

Es ist eine Lawine verbrannter Erde, Eisenbrocken und Splittern, Baumteilen und manchmal leider auch von menschlichen Körperteilen, die in den Zweigen hängen bleiben, ein unbeschreiblich grausiger Anblick.

Oberleutnant Fleury kletterte die Grabenwand hoch. Kaum ist er am Schützengrabenrand, als ihm eine explodierende Granate den Kopf abreißt. Ich starre wie benommen das Stück Unterkiefer an, das noch an seinem Körper verblieben ist, während aus seinem Hals Blut und Knochenmark in den Schützengraben fließen.“

 


Mit einer leisen Ahnung, wie die Soldaten sich damals gefühlt haben müssen verlassen wir das Gelände. Vor uns liegt der französische Nationalfriedhof – 15 000 weiße Kreuze, ein riesiges Feld. Und wieder der Eindruck: „So viele …“


Wir wandern weiter zum Fort Douaumont. Die Festung diente weniger der Verteidigung, als vielmehr als Unterstand, Lazarett, Schlafstätte – eine kleine Insel des Durchatmens, bevor man zurück musste, in das Grauen der Schützengräben. Trotz des warmen, trockenen Wetters ist es drinnen feucht und kalt – überall tropft Wasser von der Decke, Tageslicht gibt es keins. Ein beklemmendes Gefühl stellt sich ein. Zweimal gedenken wir mit dem Niederlegen roter Rosen dort umgekom­mener Soldaten – einer französischen und einer deutschen Gruppe, die dort in zugemauerten Stollen begraben liegen, wo sie gestorben sind.


Beim Verlassen des Forts sieht man der Gruppe deutliche Erschöpfung an. Das Erlebte war nicht nur körperlich anstrengend, sondern vor allem auch emotional. Müde machen wir uns auf den Weg zum Bus. Auf dem Rückweg noch ein kurzer Stopp am Village Fleury. Das Dorf wurde im Verlauf der Verdun-Schlacht dem Erdboden gleich gemacht. Nichts ist übrig – nur noch Tafeln erinnern an die einzelnen Gebäude und Straßenzüge.


Ein entspannter fröhlicher Schulausflug sieht anders aus. Auf der Rückfahrt frage ich nach: „Wärt ihr jetzt lieber nicht hier gewesen?“ Die Antwort: „Doch, auf jeden Fall! Das hat uns total beeindruckt. Das war wichtig!“

 

 

 


 

9a gewinnt Wettbewerb

Die Arbeit zu Denkmälern des Ersten Weltkrieges wurde in ihrer Bewertung als „außergewöhnlich reflektiert und sachlich“ bezeichnet und überzeugte außerdem mit eigenen künstlerischen Entwürfen aus dem Kunstunterricht von Lehrerin Hiltrud Runkel.
In einem fächerübergreifenden Projekt (Geschichte, Politik, Deutsch, Kunst) hatte die Klasse sich in Bad Honnef auf Spurensuche begeben und eine ganze Reihe von Denkmälern gefunden. Schwerpunktmäßig untersucht wurde das Denkmal des schlafenden Löwen: Geklärt wurden dabei Fragen zum Wann? - Wer? und Warum? des Denkmals sowie zum Wandel der Bedeutung der Begriffe Ehre und Vaterland zwischen 1914 und 2014. Dabei machten die Schüler Exkursionen in Bad Honnef, führten Expertengespräche und Interviewten unter anderem Bürgermeister Otto Neuhoff.
Besondere Unterstützung erfuhr das Projekt dabei durch die Initiative Wirtschaft in Bad Honnef, die sich ihrerseits zeitgleich erfolgreich um eine Restaurierung und Versetzung des Denkmals an einen für das Gedenken geeigneteren Ort bemühte.
Die Ergebnisse der Untersuchungen waren im Dezember 2014 zunächst in der Schule zu sehen und anschließend vom 12. – 23. Januar als Ausstellung im Foyer des Bad Honnefer Rathauses.
Am 09.02.2015 nun wurde der Klasse durch Hans-Georg Lambertz von der Bundeszentrale die großartige Nachricht verkündet: Gewinn ist eine einwöchige Klassenreise nach Berlin inklusive eines Treffens mit Kanzlerin Angela Merkel im Juni diesen Jahres - Aufregung und Vorfreude der Schüler sind entsprechend groß: „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!“