Anerkannte private Oberschule für Mädchen - Hauswirtschaftliche Form


 

Um zu retten, was zu retten war, wurde die Zusammenlegung der Schulen Honnef und Nonnenwerth von den Schwestern betrieben. Die dreijährige Frauen-Oberschule wurde an das Lyzeum Nonnenwerth abgegeben. Weil Beamtenkindem bald darauf untersagt war. Ordensschulen zu besuchen, verlor St. Joseph noch mehr Zöglinge. Im Oktober 1939 war klar: Ostern 1940 würde die Schule an der Bismarckstraße zu schließen sein. Zu jenem Zeitpunkt waren es gerade mal noch zwei Klassen, ein Schulraum und 25 Schülerinnen.

 


 

Längst diente das Gebäude einem neuen Zweck. Es war Hilfskrankenhaus geworden. Der Zweite Weltkrieg hatte begonnen; die Auswirkungen von Hitlers Wahnsinn machten sich Thelenschen Besitz bemerkbar. Dort wurde Anfang der vierziger Jahre eine Lehrerinnenbildungsanstalt (LBA) eingerichtet, natürlich unabhängig von den Franziskanerinnen. Ein Teil des wahnwitzigen Plans, den Hitler verfolgte: Das deutsche Reich sollte im Osten bis zum Ural und zum Kaukasus erweitert werden. Für die projektierten Dörfer brauchten die Machthaber Lehrer. Und in den neuen Bildungsanstalten sollten diese herangezogen werden. Die Honnefer LBA wurde drei-zügig geführt. Bei den Zellen der Nonnen waren die Türen ausgehoben worden. Jedes Element diente zwei Mädchen als Schlafraum. In der leergeräumten Kapelle bewahrten die angehenden Lehrerinnen ihre Koffer auf. Als die amerikanischen Truppen immer näher rückten, durften die Schülerinnen nach Hause.