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Autorenlesung vor über 400 Gästen

Tim Pröse : Jahrhundertzeugen - die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler

Autorenlesung vor über 400 Gästen

Tim Proese : Jahrhundertzeugen - die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler

 

 

»Eines der berührendsten Bücher des Jahres« Rainer Blasius, »FAZ«

 

»Ein ergreifendes, spannendes und wichtiges Buch wider das Vergessen!« Mario Adorf

 

»Ein Buch, das noch lange nachhallt.« Wolfgang Bauer, »DIE ZEIT«

 

 

Offensichtlich also auch ein sehr empfehlenswertes Weihnachtsgeschenk!

 

 »Tim Pröses berührendes und wichtiges Buch erinnert uns daran,

dass die Welt nie aufhören darf, über den Holocaust nachzudenken.« Konstantin Wecker

 

»Tim Pröse hat den mutigen Menschen dieser so weit vergangenen Zeit

einen wichtigen Gedenkstein gesetzt.“ Klaus von Dohnanyi 

 

 

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl von begeisterten Stellungnahmen prominenter Zeitgenossen  zu einem Buch des Wahl-Münchner Autoren Tim Proese, der am gestrigen Donnerstag im voll besetzten Forum unserer Schule aus seinem Buch vorgelesen hat. Über 400 Schülerinnen der Klassenstufen 9, EG, Q1 und Q2 lauschten gebannt seiner Lesung.

 

Wer ist Tim Pröse?

Er arbeitet heute als  Autor und freier Journalist in München. Bereits während seines Studiums arbeitete er für mehrere Tageszeitungen, auch für die Münchner Abendzeitung, deren  Chefreporter er sogar wurde. 2002 wurde er Redakteur beim Focus und schrieb dort viele zeitgeschichtliche Porträts und Reportagen in den Ressorts »Menschen« und »Reportage«. Beim »Katholischen Medienpreis« wurde er für eines seiner einfühlsamen Porträts ausgezeichnet.

 

Wir haben Tim Pröse eingeladen, uns aus seinem 2016 erschienenen  Buch vorzulesen, da wir nach 160 Jahren Marienberg auf eine ebenfalls sehr bewegte Historie unserer Mädchenschule  zurückblicken  können. Die Gefährdung im Kaiserreichs wegen des  Kulturkampfs, die Schrecken im ersten Weltkrieg, die gefährdete erste Demokratie in der Weimarer Zeit, die vielen Zumutungen und Gefährdungen in der Hitlerzeit, die schlimmen Jahre des zweiten Weltkrieges, die schwere unmittelbare Nachkriegszeit...

  

Auch unsere Schule hat dies alles ertragen und überstanden. In der Zeit des 1000-jährigen Reiches unter Hitler sind in unserer Schule jüdische Mädchen, die an öffentlichen Schulen nicht mehr unterrichtet werden durften, wie selbstverständlich in die Klassen aufgenommen worden, um dort ihren Bildungsgang weiter fortsetzen zu können. Was Tim Pröse über diese dunkle Zeit recherchierte, hat also auch in unserer eigenen Schule in einen entsprechenden Nachweis.

Die Veranstaltung im Forum war gleichzeitig ein Abschluss unseres dezentral gefeierten Jubiläumsjahres. Viele Fachschafen haben  im Laufe des Jubiläumsjahres  einen Akzent gesetzt - unsere Fachschaft Geschichte hat am Ende des Zeitraumes bewusst eine Veranstaltung angestrebt, die historisch relevante Ereignisse mit aktuellen Fragestellungen und überzeitlich gültigen moralisch-ethischen Anforderungen verknüpft, visualisiert in großformatigen Plakaten der Helden, das Ganze verpackt in guter, sehr guter Literatur, vorgetragen vom Autor selber, 

 

Tim Pröse ist ein Autor, der, prädestiniert durch sein Studium der Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie,  aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit seine vielfältige journalistische Erfahrung genutzt hat, um Zeitzeugen und deren Nachfahren zu befragen über den Widerstand im Hitler-Deutschland. Das Ergebnis wird in 18 sehr feinfühligen und faszinierenden Portaits zusammengefasst. Bekannte und unbekannte Namen sind es, die aus zumeist christlicher Gesinnung anderen Menschen,  unschuldig verfolgten Opfern des NS-Regimes unter Inkaufnahme eigener Nachteile  und der persönlichen Gefährdung halfen, diese dunkle Epoche zu überleben. Das Faszinosum besteht darin, dass auch sehr einfache Menschen ohne bedeutenden finanziellen Hintergrund oder familiäre Unterstützung   aus humanitären Gründen die Hilfe dort leisteten, wo sie notwendig war - im wahren Wortsinn. Persönliche  Nachteile gering schätzend, ja die Gefährdung der eigenen Sicherheit und sogar des eigenen Lebens billigend in Kauf nehmend, zeigen uns diese Menschen, was ein Mensch eigentlich tun sollte, um vor dem eigenen Gewissen und dem eigenem moralischen Standard in solch schwierigen Zeiten  bestehen zu können. Tim Proese  hat in sehr feinfühligen Darlegungen in seiner Lesung mehrere dieser Persönlichkeiten vorgestellt. Die absolute Stille bei seinen Vorlesungen zeigt, dass er uns alle sehr gepackt hat, dass wir moralisch angesprochen worden sind, um zu überlegen, was wir denn selber in einer vergleichbaren Situation tun würden. Hätten wir die gleiche Stärke,  dieselbe Kraft, denselben Mut wie die porträtierten Zeitzeugen, gegen das Unrecht und die menschenverachtende Brutalität eines Regimes aufzulehnen  und ihm entgegenzutreten? Oder wären wir letztlich nur schwache Mitläufer und auch als solche nicht bar jeder Schuld und Verantwortung? Aus Angst, persönliche Karrierenachteile beim Eintreten für Recht und Menschenrechte zu erleiden  - würden wir schweigen gegenüber der massiven Verletzung von Menschenwürde und Menschenrechten?? Würden wir  zulassen, dass unschuldige Menschen in Haft gerieten, ihres Lebens nicht mehr sicher sein könnten, nur, um unsere eigene Haut und die unserer Familienmitglieder zu retten? Die Präsentation mutiger Individuen aus der Hitlerzeit zeigt uns, dass wir in unserer eigenen moralischen und ethischen Entwicklung noch vieles überdenken müssen, dass wir uns selber auch in einer Demokratie, die funktioniert, diesen schweren Fragen immer wieder stellen müssen. Das alte Thema ist also wieder sehr aktuell. Denken wir nur an die vielen Menschenrechtsverletzungen in Polen, in Ungarn, in der Türkei, in vielen anderen Teilen der Welt. Wären wir heute Türken, Ungarn, Polen, – was würden wir tun? Hätten wir den Mut, für eine freie Presse einzutreten, für die Freilassung der aus diesen Gründen inhaftierten Menschen einzutreten,  den Mut, für eine humanitäre Behandlung der Immigranten uns den Mund zu verbrennen? Oder würden wir zur schweigenden  Mehrheit gehören? 

 

Doch die Unangepassten, deren einfühlsame Portraits Tim Proese uns am gestrigen Abend  vorgestellt hat, mahnen uns, sie ermuntern uns dazu, für mehr Toleranz und Offenheit, für mehr Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft  einzutreten. Gerade in der Weihnachtszeit und gerade in den zahlreichen außenpolitischen wie innenpolitischen Problemen des 21. Jahrhundert, des Jahres  2017, ist diese Botschaft der Vergangenheit für die Gegenwart zukunftsweisender denn je! Man kann sehr viel aus der Geschichte lernen. Lernen, wie man sich moralisch und ethisch vorbildlich oder zumindest akzeptabel  verhalten sollte, um vor allem wie auch immer gearteten Richter bestehen zu können.

Anne Frank, Sophie Scholl, und Jurek Rotenberg, der vom Essener Industriemagnaten Berthold Beitz gerettet worden ist. Aus ihren Viten las Pröse. Und berichtete darüber hinaus noch viel Wissenswertes und Bedenkenswertes über sie.

 

Viele der Zuhörer haben Lust auf mehr verspürt - die unglaublich lange Schlange derer, die sich Tim Proeses Buch vom Autor haben signieren lassen wollen, zeigt, dass er seine Zuhörer  begeistern konnte. Am Ende waren alle (!) Bücher verkauft...

Dazu hat auch beigetragen, dass mit dem Neußer Musiker Chris Oette einfühlsame Lieder mit besinnlichen Texten die drei Lesungen verknüpften. Viele kennen Chris Oette - er hat beim Neußer Hansefest, bei Kaarst Total bereits reüssiert. Er hat bereits mit Nena, mit Nina Hagen, mit BAP, mit Achim Reichel, mit Extrabreit, mit Udo Lindenberg gesungen ... Und jetzt hat er durch seine Songs bei uns im Forum Marienberg sicherlich neue Fans gefunden. Besonders anrührend:  "Abendbaum".

 

 

Ein denkwürdiger Abend.

 

 

Danke, Tim Pröse.

 

(Textbericht: Sabine Exner-Scholz)

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Schulabteilung