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Kooperation zwischen dem Rheinischen Landestheater
und dem Gymnasium Marienberg

Biedermänner heute - Ausstellung von Kunst-Arbeiten der Klasse 9d im RLT

Kooperation zwischen dem Rheinischen Landestheater und dem Gymnasium Marienberg

Gesucht – Gefunden

Klasse, Theater!

Ausstellung von Kunst-Arbeiten der Klasse 9d im RLT

 

Im Rahmen des neuen Kooperationsprojekts zwischen dem Rheinischen Landestheater und dem Gymnasium Marienberg hat sich die Klasse 9d in den Fächern Deutsch und Kunst mit „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch auseinandergesetzt und die aktuelle Inszenierung des Stücks am RLT zum Anlass genommen, zwei Fragen nachzugehen:

Wer sind heute die geistigen Brandstifter?

Vor welchen bedenklichen und bedrohlichen Erscheinungen und Entwicklungen in Gesellschaft und Politik möchten die Biedermänner von heute gerne die Augen verschließen?

Die Schülerinnen haben vielfältige Antworten gefunden: Neonazis, Rassisten, Pegida, rechtspopulistische Parteien, NSU, autoritäre Herrscher weltweit, islamistischer Terroristen u.v.m. sind für sie die hochgefährlichen Brandstifter der Gegenwart. Kriege und Flüchtlingskrise, Umweltverschmutzung, Klimawandel, aber auch Kinderarbeit, Sexismus, und andere Themen sind allgegenwärtige Bedrohung, werden aber oft ignoriert.

In ihren Bildern zeigen viele Schülerinnen den Biedermann von heute u. a. zurückgezogen ins Private, das perspektivisch konstruierte Wohnzimmer wird ihm zum abgeschotteten Innenraum, in dem er sich oft dem Schönen widmet. Alles Bedrohliche – hier in Form von collagiertem Fotomaterial aus dem Internet - bleibt draußen vor, nur der Betrachter erkennt es in den Fensterausblicken, denen Biedermann demonstrativ den Rücken zuwendet. Andere Bildlösungen zeigen „Biedermann“ oder „Biederfrau“ beim Shoppen, vor dem Reisebüro oder beim Fotoshooting – auch hier nur mit sich selbst beschäftigt, ohne Blick für die unübersehbaren Bedrohungen. So ist den Schülerinnen in ihren Bildern eine individuelle aktualisierende Umsetzung von „Biedermann und die Brandstifter“ gelungen, die die zeitlose Aktualität des Stücks belegt. Die Arbeiten werden ab dem 2. Dezember im Foyer des Rheinischen Landestheaters präsentiert.

Die das Projekt begleitenden Fachlehrerinnen, Frau Dr. Simone Kippels, stellv. Schulleiterin Gymnasium Marienberg und Frau Bernd-Krauße, Kunstlehrerin, danken vor allem der Theaterpädagogin Tanja Meurers herzlich für die erfolgreiche Zusammenarbeit beim „Biedermann-Projekt“ .

Fotos von den Arbeiten der Schülerinnen: Ulla Bernd-Krauße

 

Die Reden von beteiligten Schülerinnen anläßlich der Ausstellungseröffnung am letzten Sonntag Abend, den 2.12.2018 (Fee Schmitz, Cecilia Höck,Helen Wloczyk und Lilly von Wrisberg)

 

Liebe Theaterbesucher,schön, dass Sie sich nach diesem tollen Theaterstück die Zeit für uns nehmen.

 

Sie haben sich sicherlich schon die Frage gestellt: „Was machen 23 Schülerinnen an einem Sonntagabend hier im Theater?“ Das Gymnasium Marienberg hat ein Kooperationsprojekt mit dem Rheinischen Landestheater gestartet. Wir, die Klasse 9 d, haben das große Glück, Teil dieses Projekts sein zu dürfen. In den Fächern Deutsch und Kunst haben wir uns mit unseren Lehrerinnen Frau Dr. Kippels, und Frau Bernd-Krauße mit dem Drama „Biedermann und die Brandstifter“ beschäftigt.Schnell wurde uns klar, dass die Biedermänner und die Brandstifter auch heute noch brandaktuell sind. Deshalb haben wir uns mit zwei Fragen auseinandergesetzt:

Wer sind heute die geistigen Brandstifter?

Wer sind die heutigen Biedermänner?

Auf diese Frage haben wir vielfältige Antworten gefunden. Wir stellten fest, dass es heutzutage immer noch viele Biedermänner gibt, die ignorieren, was um sie herum passiert. Und die Gefahr, dass jedermann zum Biedermann wird, besteht. Biedermänner verschließen ihre Augen vor allem vor: Neonazis, Rassisten, Pegida, rechtspopulistischen Parteien, NSU, Kriegen, Flüchtlingskrisen, Klimawandel, Kinderarbeit, Sexismus, Homophobie, Mobbing und anderen Themen, die viel zu häufig ignoriert werden.

Wir haben viele verschiedene Arten gewählt, den Biedermann von heute in einem perspektivisch konstruierten Raum darzustellen. Meistens ist er in einem schönen und friedlichen Raum zu sehen, abgeschottet von einer bedrohlichen Außenwelt.

Er ist entweder zurück gelehnt in einem Ohrensessel dargestellt oder als schwarze Silhouette. Die Silhouette steht dafür, dass jeder von uns zum Biedermann werden kann.

Der Biedermann versucht die Bedrohungen durch schöne Einrichtung wie Bilder der Familie, Naturbilder oder Gardinen auszublenden, aber auch durch Ablenkungen wie den Fernseher.

Doch dadurch, dass er sich seine vermeintlich heile Welt geschaffen hat, belügt er sich selber.

Denn wenn er rausschauen würde, könnte er die Flüchtlinge kurz vor dem Ertrinken sehen oder die auffahrenden Kriegspanzer oder Rechtsradikale, die Angst und Schrecken verbreiten oder die Köpfe dahinter, die diese Wut anstacheln und für ihre Ziele nutzen und eine Alternative für Deutschland wollen.

Andere Bildlösungen zeigen Biedermänner aber auch Biederfrauen beim Shoppen, beim Fotoshooting oder auch vor dem Reisebüro und auch hier ist der Biedermann oder die Biederfrau wieder nur mit sich selbst beschäftigt und kehrt den unübersehbaren Bedrohungen den Rücken zu.

Wir hoffen, dass uns in unseren Bildern eine individuelle aktualisierende Umsetzung von „Biedermann und die Brandstifter“ gelungen ist, die auch die zeitlose Aktualität des Stückes belegt. Wir hoffen, Sie mit unseren Bildern zum Nachdenken anregen zu können. An dieser Stelle möchten wir uns bei dem Intendanten Reinar Ortmann, der Theaterpädagogin Tanja Meurers und der Dramaturgin Marie Johannsen herzlich für die Zusammenarbeit beim „Biedermann- Projekt“ bedanken, da unsere Klasse freundlicherweise auch einmal eine Probe besuchen durfte und wir die Möglichkeit hatten, viele Fragen stellen zu können. Auch möchten wir uns bei Frau Bernd-Krauße und Frau Dr. Kippels bedanken, die dieses Projekt mit viel Geduld mit uns in Angriff genommen haben. Uns, der Klasse 9D, hat die Kooperation sehr gut gefallen und wir fanden es toll, dass wir die Chance hatten, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen.

Fotos von der Ausstellungseröffnung im Rheinischen Landestheater : Carola Beckers

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