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Lebendige Literatur – Literarisches Café

Schauspieler Jan Kämmerer folgt der Einladung von Schülerinnen....

Lebendige Literatur – Literarisches Café

 

Schauspieler Jan Kämmerer folgt der Einladung von Schülerinnen eines Deutsch-Leistungskurses und erweckt Literatur, die zur Oblikagorik des diesjährigen Abiturs gehört, zum Leben

 

Der Deutschunterricht, zweifellos ein Kernfach unseres Bildungskanons, hat sich schon immer nicht unerheblichen Schwierigkeiten ausgesetzt gesehen. Nicht umsonst haben Schriftsteller darüber gespottet, zu welchen „Ergebnissen“ Schulunterricht bei der „Analyse und Interpretation“ ihrer Werke geführt hat. Auch durch die Normierungsprozesse, die das Zentralabitur mit sich gebracht hat, ist diese prekäre Sachlage nicht gerade verbessert worden. Goethe lässt seinen Mephisto pointiert die Folgen eines entsprechenden methodischen Vorgehens formulieren: „...so hält der Tor die Teile in der Hand / fehlt leider nur das geist´ge Band „...!“

 

Wie schön, wenn sich dann die Möglichkeit eröffnet, dass ein so begabter Schauspieler wie Jan Kämmerer der Einladung von Schülerinnen eines Deutsch-Leistungskurses aus dem aktuellen Abiturjahrgang von Marienberg folgt und im Rahmen eines literarischen Cafes von den Schülerinnen selbst ausgewählte Textpassagen aus den Werken vorträgt, die 2019 zur Obligatorik des Abiturs im Bereich der Leistungskurse Deutsch gehören.

 

Atemlose Stille tritt ein und Kämmerer beginnt seinen Vortrag, indem er – scheinbar absichtslos und spontan – einen Abschnitt aus Goethes Faust, den Monolog, den Gretchen im Kerker hält, vorträgt. Die Schülerinnen beschreiben später ihr Erstaunen darüber, diesen Text eigentlich gekannt zu haben und ihn doch vollkommen neu zu entdecken. Es folgen weitere Passagen aus Novellen und lyrischen Texten, die von den Zuhörerinnen ebenfalls in dem spannenden und reizvollen Wechselspiel von Wiedererkennen und Neuentdeckung erfahren werden, sodass sie die Möglichkeit haben, sich staunend auf das ganz Neue, Unvertraute einzulassen. Kämmerer schließt seine Rezitation mit einer zugleich schauspielerisch äußerst intensiven Darstellung des Textes „Kokain“ von Gottfried Benn und einem romantischen Gedicht, das seinerseits von der Ahnung eines möglichen Sinnzusammenhangs handelt.

 

Die Schülerinnen zeigten sich begeistert von der Intensität und Professionalität des Vortrags und der Möglichkeit zu „be-greifen“, in welchem Ausmaß Literatur die Gefährdung unserer menschlichen Existenz reflektiert.

Im Rahmen des anschließenden Brunchs konnten diese Erfahrungen im persönlichen Gespräch mit Kämmerer vertieft werden.

 

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Schulabteilung