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St. Martin

Sankt Martin an Marienberg

Sankt Martin an Marienberg

"Welch gegensätzliche Veranstaltungen heute stattgefunden haben! Heute Morgen hat ein Oberstufenkurs im Fach Geschichte  unter Leitung von Dr. Eschbach mit musikalischer Unterstützung einiger Orchestermitglieder in einer feierlichen Gedenkveranstaltung der Reichspogromnacht von 1938  gedacht; und von gänzlich  anderer Stimmung und Atmosphäre war heute Abend natürlich der Martinsumzug der Stadt Neuss und unsere schulinterne anschließende Martinsfeier.  Mit zwei Grundschulen, drei Gymnasien und einer Gesamtschule ist der diesjährige Martinszug  länger denn je gewesen. Die Schülerinnen unserer fünften Klassen waren sichtlich stolz, und das völlig zu Recht, ihre selbst gebauten Fackeln durch die Neusser Innenstadtstraßen zu tragen. Einige Fackeln leuchteten ganz besonders hell: Das war das sehr erfreuliche Ergebnis eines fächerverbindenden beziehungsweise fachübergreifenden Unterrichtes, einer Kooperation von Physik- und Kunstunterricht.

Unsere schulinterne Feier im Innenhof des Altbaus konnte eine wunderbare musikalische Begleitung genießen, weil die Regimentsbläser Reuschenberg auf der Galerie aufspielten. Ein ruhiges Gebet und eine Besinnliche Martinsgeschichte, von unseren Patenschülerinnen vorgetragen, haben zu einer feierlichen Atmosphäre beigetragen, in der des eigentliche Sinns des traditionellen Martinsfestes besonders gedacht wurde: Martin, der römische Offizier und spätere Bischof der nordfranzösischen Stadt Tours, gibt aus Mitleid, Menschlichkeit und tätiger Nächstenliebe einem Bettler einen Teil seines warmen Mantels ab. Die Not der anderen zu sehen und für eine tatkräftige Abhilfe dabei sorgen, das ist das Beispiel, ist der Vorbildcharakter des heutigen Heiligen. 

Wenn diese Geschichte vor 81 Jahren von allen Menschen ernst genommen worden wäre und als ein Beispiel eines ethisch und moralisch guten  Handelns zum Vorbild gewählt worden wäre, dann wäre ein Ereignis wie die Reichspogromnacht nicht möglich gewesen. Insofern stehen die beiden so gegensätzlichen Gedenk- bzw. Festveranstaltungen des heutigen Tages in einem sehr inneren logischen und auch religiösen Zusammenhang. In der heutigen Zeit wird vielfach ein Wiedererstarken nationalsozialistischen Gedankengutes beklagt - gerade bei den letzten Wahlen zum Landtag in Thüringen sind diesbezüglich Irritationen wieder laut geworden. Was man dagegen tun kann? Ich denke, das Beispiel des Heiligen Martin ernstzunehmen und im täglichen Leben darauf zu schauen, dass mit Wertschätzung und Respekt und tatkräftiger Hilfsbereitschaft jedem seiner Mitmenschen, gleich welcher sozialer oder andere Herkunft, begegnet werden sollte,  wäre ein optimales Heilmittel gegen jede menschenverachtende Maßnahme und Politik. 

Eigentlich war St. Martin noch nie so aktuell wie gerade derzeit. Völlig unsinnig und sinnverflachend, von einem bloßen Laternenfest oder Lichterfest zu reden…"

Sabine Exner-Scholz, Koordinatorin der Erprobungsstufe

 

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