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Spröde oder Fragil
Ausstellung jetzt online besuchen

20. Mai 2020 19:29 Uhr bis 29. Juni 2020 19:30 Uhr

Unterricht am Original
„Spröde oder Fragil“

Gemeinschaftsprojekt mehrerer Kunstkurse des Erzbischöflichen Gymnasiums Marienberg

Ausstellung jetzt online besuchen

 

    

 

Kunst kommt nicht von Können, sondern Können kommt von Kunst!

Wer viel weiß, muss nicht unbedingt viel können.

 

Die Gründerväter moderner Pädagogik wussten es sehr wohl und Pestalozzi brachte es auf den Punkt:Herz und Hand müssen gemeinsam gebildet werden, wenn der Bildungsprozess gelingen soll.

Menschen sind leibliche Wesen, die auch bei den kühnsten abstrakten Gedanken nicht aus ihrer Haut können, so Eckart Liebau (Unesco-Lehrstuhl für Kulturelle Bildung)

Leiblichkeit, Sozialität, Historizität, Subjektivität und Kulturalität stellen eine anthropologische Dimension dar, die für Bildungs- und Entwicklungsprozesse konstitutiv sind.

Das Clemens Sels Museum ist verlässlicher Partner und Initial erweiterter Unterrichtsarbeit.

  

Schüler schütten ein Berg von Wissen und Kompetenzen auf, der persönlich erprobt werden will, um sich dauerhaft zu einem  Können auszuformen.

Ein bloßer Wissens-Berg ist noch keinen Cent wert und hilft uns nicht dabei, einen 8000er zu besteigen.

Uns geht es darum, dass wir unsere Sinne wiedererlangen. Wir müssen lernen, mehr zu sehen, mehr zu hören und mehr zu fühlen. Es ist nicht unsere Aufgabe gewesen, ein Höchstmaß an Inhalt in unsere Arbeiten zu legen oder zu entdecken. Noch weniger ist es unsere Aufgabe, mehr Inhalt aus dem Werk herauszupressen, als darin enthalten ist. Unsere Aufgabe war es vielmehr, den Inhalt zurückzuschneiden, damit die Sache selbst zum Vorschein kommt. 

Die Malerei hinter Glas haben einzelne Kurse dann auch über die Form und nicht den Inhalt verstanden.

Schülerinnen des Erzbischöflichen Gymnasiums Marienberg  entwickelten unter der Leitung des Kunstlehrers Olaf Gruschka für die Ausstellung mehrere spannende Arbeiten; eine gläserne Boden-Farb-Form-Installation, Schuluhren werden zu Bildträgern, ein Mobile aus Brillengläsern projiziert Wirklichkeitsdiffusionen, die Arbeit „Broken Beauties“ zeigt eine Radierung auf Glassplittern, u.a.m. .

Die künstlerische Tätigkeit, also die produktive Seite, hat eine große Bedeutung für Menschen – durch die Gleichzeitigkeit des Schaffens- und des Wahrnehmungsprozesses. Gestaltung und Wahrnehmung sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn man will, dass Menschen wahrnehmungs- und gestaltungsfähig werden, sind die Künste der elementare Bereich. Man braucht dabei die verschiedenen Künste in ihrer ganzen Bandbreite – durch diese lernt man zu differenzieren. Differenziert zu hören lernt man durch das Hören und Spielen von Musik, differenziert zu sehen lernt man durch das Sehen und Gestalten von Bildern, sich differenziert zu bewegen durch Tanzen und Beobachtung von Tanz oder durch sportliche Spiele. Die Literatur und eigenes Schreiben öffnen die Räume der Fantasie und der Imagination. Und dass die Welt auch eine Bühne ist, wusste schon Shakespeare.

Wer spielt, hat zunächst den Ernst des Lebens suspendiert. Das Spiel garantiert die Freiheit, um Kultur entstehen zu lassen. Kein Mensch muss müssen, so Schiller in seiner Schrift über das Erhabene, denn müsste er, so wäre er nicht frei.

Die Kultur der Kunst in der Schule hat einen maßgeblichen Anteil am Bewusstsein der Freiheit. Dies gilt natürlich auch für  Musik, Literatur und Theater. Kultur und Zivilisation bedingen sich einander. 

Können kommt von Kunst.

 

Olaf Gruschka 


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Schulabteilung