Schüleraustausch Palermo 2018

17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 erlebten eine interessante und abwechslungsreiche Woche in der sizilianischen Hauptstadt.

„Ich habe noch nie so viel Italienisch gesprochen “, sagte Jenna nach unserer Reise.


Begleitet von der Direktorin Frau Ehmanns, Frau Miceli und Herrn Heesen erlebten 17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 eine interessante und abwechslungsreiche Woche in der sizilianischen Hauptstadt. Zum neunten Mal fand vom 26.9. bis zum 3.10 2018 der Schüleraustausch zwischen der Papst Johannes XXIII. – Schule und dem Liceo Statale „G.A. De Cosmi“ in Palermo statt.


Phönizier, Römer, Araber, Normannen, Staufer, Spanier und Italiener haben diese Stadt geprägt. Gemeinsam mit den italienischen Austauschschülern entdeckten wir ihre Spuren in der Stadt. Byzantinische Mosaiken in der Cappella Palatina, im Dom von Monreale und Cefalù, das größte Opernhaus Italiens „Teatro Massimo“, der Normannendom mit dem Grab Friedrich II. und eine Führung durch den Palazzo Conte Federico waren nur einige der kulturellen „Highlights“ in dieser Woche.

 

Die Schülerinnen und Schüler (mit unterschiedlichen Sprachvoraussetzungen: vom Muttersprachler bis zum Sprachanfänger) waren stark gefordert: tagsüber gemeinsames Programm in der Stadt und Umgebung, anschließend gemeinsame Zeit mit den italienischen Austauschschülern und der italienischen Gastfamilie.


Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich die Schüler am freien Wochenende am Strand in Mondello, machten Ausflüge mit ihren Familien z.B. in die Bergstadt Erice, fanden sich auf einmal auf einer sizilianischen Hochzeit wieder oder unterstützten den Gastvater beim Bau eines neuen Schneckengeheges.


Viele Einblicke in den sizilianischen Alltag verdanken wir den Kontakten unserer italienischen Kollegin Annamaria Dispensa. So lernten wir den Palazzo Federico gemeinsam mit der Eigentümerin „Gräfin Alwine Federico“ kennen.Besonders bewegt waren Schüler und Lehrer nach dem Gespräch mit Manfredi Borsellino, dem Sohn des von der Mafia 1992 ermordeten Richters Paolo Borsellino, der uns in der Polizeistation von Cefalù empfing.


Am Flughafen „Falcone-Borsellino“ gab es Tränen beim Abschied aber auch die Freude auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch im Mai 2019.


Klaus Heesen

Ein Fotoalbum finden Sie hier

Hier noch einige Schülereindrücke unserer Reise:

Zuneigung und Gastfreundlichkeit

Meine Familie hat mich extrem positiv überrascht. So viel Zuneigung und Gastfreundlichkeit habe ich nicht erwartet. Sie haben mir einerseits meinen Freiraum gelassen, andererseits mich komplett in die Familie integriert. Das Essen hat mir sehr gut gefallen. Die Familie hat sich meinen Wünschen angepasst und ich habe ganz neue Dinge probiert. Meine Austauschschülerin habe ich so nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt und liebgewonnen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und waren immer einer Meinung. Selbst die Verständigung hat trotz mangelnder Italienischkenntnisse meinerseits besser geklappt als gedacht. Unser Haus war extrem schön und abgelegen. Weit entfernt von der Stadt mit all ihrem Trubel, war es bei uns sehr schön ruhig und entspannt.

(Paula)

Eine italienische Hochzeit auf Sizilien

Eine italienische Hochzeit auf Sizilien, für mich eines der schönsten Erlebnisse der Reise. Als erstes geht man in die Kirche, wo das Brautpaar vom Priester getraut wird. Nach der Trauung bin ich mit meiner Gastfamilie zu der Hochzeitsveranstaltung gefahren. Dort angekommen, gab es dann erst mal draußen, umgeben von Palmen, Antipasti. Nachdem wir fertig gegessen hatten, gingen wir an einen anderen Ort, wo es noch mehr Sachen zu essen gab, was für die Italiener immer noch die Vorspeise war. Alles war wundervoll geschmückt. Nach einer Stunde gingen wir in den Hochzeitssaal hinein, wo das Essen weiterging. Ich konnte von drei Portionen nur noch eine essen, da ich schon so satt war. Dazu lief auch viel Musik und die meisten haben getanzt. Wir haben mit netten Leuten an einem Tisch gesessen mit denen ich mich unterhalten habe. Um kurz nach 2 Uhr gab es noch Torte. Danach sind wir nach Hause gefahren und meine Austauschschülerin und ich sind im Auto eingeschlafen, weil wir so platt waren. Für mich war es eine tolle Erfahrung, eine Hochzeit in einem anderen Land kennen zu lernen.

(Nina)

Ein großer Unterschied zu Deutschland

Mir haben die Stadt und der Austausch sehr gut gefallen, obwohl es ein großer Unterschied zu Deutschland ist. Man konnte eine andere Kultur und einen anderen Lebensstil kennenlernen.

(Marieke)

Das Essen war immer zu viel

Meine Gastfamilie züchtete Schnecken auf ihrem Bauernhof in den Bergen. Sie hatten eine große Schneckenzucht, um die Schnecken dann an Restaurants zu verkaufen. Auf dem Hof hatten sie auch Hunde, Katzen, Schafe, Ziegen und Hühner. Normalerweise lebten sie jedoch in einer angenehmen Wohnung ziemlich zentral in Palermo. Im Vergleich zu der Wohnung hatten sie einen erstaunlich großen Balkon. Die Familie bestand aus Mutter, Vater und 3 Schwestern. Meine Austauschschülerin war die jüngste. Die älteste hatte eine Tochter und eine eigene Wohnung. Die Eltern arbeiten in ihrem eigenen Bed & Breakfast. Die Mutter ist Sängerin und die Schwestern haben alle lateinamerikanisch getanzt. Abends haben wir immer was mit den anderen Austauschschülern gemacht. Einmal waren wir alle bei meiner Austauschschülerin zuhause und ein anderes Mal waren wir in einer Karaokebar. Das Essen war immer zu viel. Wenn man satt war und sich gefreut hat, alles aufgegessen zu haben, kam sofort die nächste Speise. Palermo ist eine typisch südländische Stadt: manchmal stinkt es und Müll ist auch zu sehen. Trotzdem hat es sehr viel Kultur und man möchte nicht weg. Im Großen und Ganzen hat es sehr viel Spaß gemacht, und ich empfehle es jedem weiter. Man lernt die Kultur kennen und kann die Sprache sehr viel üben.

(Bencan)

Fluchende Italiener, fantastisches Essen und tobender Verkehr

Das sind einige der unzähligen Eindrücke, die man beim Schlendern durch die Straßen Palermos erhält.

Obwohl man bei jeder Autofahrt sowie Straßenüberquerung Todesängste hat, findet man sich unfassbar schnell und gut in Palermo zurecht.

Die Menschen sind offenherzig und mehr als freundlich Fremden gegenüber.

Dadurch, dass jeder auf sich selbst achten muss, wenn man auch nur in die Nähe einer Straße kommt, hat man sich nach einer gewissen Zeit an den turbulenten Verkehr gewöhnt.

Das Gehupe auf den Straßen Palermos hält auch in der Nacht an und verleiht Palermo dadurch seinen unverwechselbaren Charme.

Im Gegensatz zu manchen Großstädten endet der Tag nicht abends um 8:00 Uhr, sondern in Palermo fängt der Tag gerade erst an. Unzählige Menschen strömen bei Nacht in die Straßen Palermos und genießen das Leben

Bei Nacht durch die Straßen Palermos zu laufen, Arancine und Cannoli essen und dabei temperamentvollen Italienern beim Diskutieren über den jetzigen Papst zuzuhören, gehört definitiv zu den besten Momenten, die ich bei diesem Austausch hattte

(Tom)

Nirgendwo wird man so herzlich empfangen, wie in Palermo.

(Vincent)

Wenn man in Palermo im Auto sitzt,

... hat man als Außenstehender zunächst Todesangst. Wenn man sich, wie bei uns ganz selbstverständlich, anschnallen will, erntet man verwunderte Blicke. Allgemein sind die Süditaliener im Straßenverkehr, im Vergleich zu uns Deutschen, viel impulsiver und äußerst temperamentvoll. Weswegen man als Fußgänger beim alltäglichen Überqueren der roten Ampeln schon einmal mit rasenden und unaufmerksamen Autofahrern zu rechnen hat. Abends wird es rund um das Stadtzentrum entspannter für die Fußgänger, da die Straßen rund um das „Teatro Massimo“ für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind und somit zu einem beliebten und auch extrem belebten Treffpunkt für Einheimische und Touristen wird

(Sophie)

Mein Eindruck von Palermo ist nach wie vor extrem positiv

Der Morgen begann mit lautem Hupen der Autos in Palermo. Mein Eindruck von Palermo ist nach wie vor extrem positiv, geprägt durch die Gastfreundlichkeit der Familie und der anderen Palermitaner.

(Daniel)

Der Tagesablauf wurde stets nach den Essenszeiten gerichtet

Manch einem erscheint die Teilnahme an einem Austausch wie ein Glücksspiel. Glück und Pech allein entscheiden über die gesammelten Erfahrungen sowie Eindrücke. In Wahrheit sind es jedoch die Unterschiede, die anfangs vielleicht fremd erscheinen, sowie die Gemeinsamkeiten, die letztendlich zusammenschweißen. Einige äußerliche Unterschiede liegen auf der Hand, wie beispielsweise die landschaftlichen Aspekte. Ich persönlich habe die Austauschwoche in einem kleinen Dorf mitten in den Bergen verbracht, das Montelepre hieß. Steilansteigende, kurvenreiche und enge Straßen machten jede Autofahrt zu einem Abenteuer während die Entfernung zur Stadt Palermo für idyllische Ruhe sorgte. Auch sprachliche Barrieren bleiben natürlich nicht aus. Abgesehen davon, dass ich meinem Leben noch nie so viel Italienisch gesprochen habe, fehlten eben doch manchmal die richtigen Worte. Dann wurde sich mit Händen und Füßen auf Italienisch, Englisch und Deutsch unterhalten, was genauso gut eine Partie Tabu hätte sein können. Einige Unterschiede muss man jedoch auch selber herausfinden. Für mich zählten zu diesen beispielsweise die Essgewohnheiten der Italiener. Wer isst denn hier in Deutschland auch schon dreimal am Tag zu geregelten Zeitspannen, in mehreren Gängen und zum Frühstück nur Kekse? Der Tagesablauf wurde stets nach den Essenszeiten gerichtet und wie man bei dem vielen und leckeren Essen seine Figur halten kann wird mir wohl immer ein Rätsel sein. Schlussendlich konnte ich aber auch viele Gemeinsamkeiten zwischen mir und meiner Austauschschülerin ausmachen. Diese reichten von charakterlichen Eigenschaften bis hin zu Musik- und Essensgeschmack und ich mag gar nicht daran denken, all das nie wieder zu sehen.

Jenna Wintz

 

 

 

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